Das dritte Jahr in Folge

Hotel-Investments: Erneut über 4 Milliarden Euro

Eine große Baustelle mit mehreren Kränen und Baggern
Hotel-Investments durchbrechen erneut die 4-Mrd.-EUR-Schwelle. (Foto: Smileus/fotolia)
Mit einem Investmentvolumen von fast 4,2 Milliarden Euro durchbrechen Hotel-Investments bereits das dritte Jahr in Folge die 4-Milliarden-Euro-Schwelle und erzielen ein außerordentlich starkes Ergebnis, das 84  Prozent über dem 10-Jahresschnitt liegt.
Freitag, 12.01.2018, 10:30 Uhr, Autor: Markus Jergler

Trotz des guten Ergebnisses wird der Rekord des Vorjahrs erwartungsgemäß, um knapp ein Fünftel, verfehlt. „Tatsächlich beschränkt sich der Rückgang auf das Portfoliosegment, in dem sich das Volumen mit unter 1,1 Milliarden Euro gerade einmal auf rund die Hälfte des Vorjahreswertes summiert. Neben einer geringeren Anzahl von Transaktionen schlägt auch zu Buche, dass mit dem Interhotel-Portfolio im Jahr 2016 ein besonders großes Paket den Eigentümer wechselte“, sagt Alexander Trobitz, Head of Hotel Services der BNP Paribas Real Estate GmbH.

Der mit Abstand größte Paket-Deal 2017 war der Verkauf von 11 Häusern der Intercontinental Hotel Group (IHG) aus dem ehemaligen SITQ-Portfolio mit einem Volumen von ca. 450 Millionen Euro. Alle übrigen Portfolios liegen nur im zweistelligen bzw. maximal knapp dreistelligen Millionenbereich. Bei einzelnen Hotelverkäufen zeichnet sich dagegen ein ganz anderes Bild: Sie legen trotz einer leicht geringeren Anzahl von Verkäufen sogar um 2 Prozent zu und verzeichnen mit 3,1 Milliarden Euro einen neuen Rekord

Spezialfonds im Kommen
Nachdem im Vorjahr durch größere Portfoliotransaktionen noch Immobilien AGs/REITs die Liste der größten Käufer angeführt haben, waren 2017 erstmals Spezialfonds tonangebend: Mit 29 Prozent konnten sie sich deutlich von den übrigen Investoren absetzen. Dabei waren sie nicht nur bei einzelnen Transaktionen, sondern auch im Portfoliosegment am umsatzstärksten. Auf Rang zwei folgen Investment/Asset Manager, die mit 14 Prozent als einzige weitere Gruppe auf einen zweistelligen Beitrag kommt. Dass die Käuferschicht dennoch breit aufgestellt ist, wird mit Blick auf die weiteren Käufer deutlich. Mit Anteilen zwischen 5 und 8 Prozent liegen Equity/Real Estate Funds, Family Offices, Immobilien AGs/REITs, Pensionskassen und offene Fonds sehr nah beieinander. Darüber hinaus gab es noch eine Vielzahl weiterer Käufer, die in der Summe für gut ein Viertel des Resultats verantwortlich zeichnen.

Erstmals seit 2009 liegen deutsche Käufer mit einem Anteil von 52 Prozent hauchdünn in Führung. Grund hierfür ist im geringeren Portfolioaufkommen zu sehen, da hier ausländische Investoren traditionell die Nase vorn haben. Mit Abstand am meisten legten Anleger aus dem europäischen Raum an (22 Prozent), gefolgt von nordamerikanischen (12 Prozent) und asiatischen Investoren (7 Prozent).

Perspektiven
„Die guten konjunkturellen Rahmendaten wie die positive Entwicklung der Beschäftigung und der anhaltende Trend zu Kurztrips werden auch weiterhin ein stabiles Umfeld für Hotel-Investments bilden. Nach wie vor zählen diese zu den beliebtesten Immobilienanlagen, gerade auch aufgrund des Renditevorsprungs gegenüber „traditionelleren“ Formen wie Büro-Investments. Ein Engpass bleibt aber die Angebotsseite: Bereits heute wird die hohe Nachfrage erheblich durch Projektentwicklungen bzw. Forward Deals gedeckt: Rund ein Viertel des Volumens entfällt auf Projektierungen und Hotels im Bau. Dazu kommt ein nicht unerheblicher Anteil von Hotels, die erst kürzlich fertiggestellt wurden. Ohne die gute Bautätigkeit wäre das Ergebnis demnach deutlich niedriger. Für 2018 sollte dennoch das erneute Erreichen der 4-Mrd.-EUR-Grenze das Ziel sein“, so Alexander Trobitz.“ (ots/MJ)

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