MHP Hotel passt Jahresprognose für 2026 an
Die MHP Hotel AG hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wirken sich geopolitische Spannungen, höhere Energiekosten und der langsamer als geplant verlaufende Hochlauf des Conrad Hamburg auf das Geschäft aus. Für das Gesamtjahr hat der Hotelbetreiber deshalb seine Prognose angepasst.
Nach den vorläufigen Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2026 um 25,1 Prozent von 79,3 Millionen Euro auf 99,3 Millionen Euro. Als wesentliche Wachstumstreiber nennt MHP die erstmalige Einbeziehung des Conrad Hamburg über den gesamten Berichtszeitraum sowie die Konsolidierung des im Februar 2026 übernommenen Hyatt Regency Vienna.
Der Hotelumsatz erhöhte sich um 25,3 Prozent auf 98,4 Millionen Euro. Beim Logis-Umsatz verzeichnete das Unternehmen einen Anstieg um 21,8 Prozent auf 73,2 Millionen Euro.
„Das Umsatzwachstum von 25 Prozent im ersten Halbjahr 2026 zeigt die Stärke unseres gewachsenen Portfolios. Mit dem Conrad Hamburg und dem Hyatt Regency Vienna haben wir eine breitere Basis für die weitere Entwicklung der MHP-Gruppe geschaffen“, sagt Dr. Jörg Frehse, Vorstandsvorsitzender (CEO) der MHP Hotel AG. „Angesichts geopolitisch bedingter Nachfrageschwankungen konzentrieren wir uns nun fokussiert darauf, die Profitabilität durch konsequentes Kostenmanagement und zusätzliche Vertriebsimpulse weiter zu stärken.“
Bereinigtes operatives EBITDA deutlich verbessert
Das Konzern-EBITDA belief sich im ersten Halbjahr 2026 auf 0,2 Millionen Euro, nach 2,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang ist laut MHP im Wesentlichen auf einen Einmaleffekt zurückzuführen.
Im ersten Halbjahr 2025 war ein Eigentümerzuschuss in Höhe von rund 4,0 Millionen Euro für FF&E-Investitionen des Conrad Hamburg ergebniswirksam erfasst worden. Bereinigt um diesen Zuschuss lag das operative EBITDA im Vorjahreszeitraum bei minus 1,7 Millionen Euro. Im Vergleich dazu ergibt sich für 2026 eine Verbesserung um rund 1,9 Millionen Euro.
Geopolitische Spannungen beeinflussen Auslastungs- und Preisentwicklung
Nach Angaben des Unternehmens haben die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen und Mittleren Osten im zweiten Quartal europaweit zu einer verhaltenen Nachfrage im Middle-East-Business geführt. Dies habe die Preis- und Umsatzentwicklung insbesondere an den Standorten München, Frankfurt und Wien beeinflusst. Der grundsätzliche Trend zur Umlenkung internationaler Reiseströme nach Europa bleibe davon zwar unberührt; die touristische Nachfrage aus der Golfregion selbst jedoch sei insbesondere hinter den Erwartungen geblieben.
In München ging die Zahl der Gäste aus den arabischen Golfstaaten im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 20,7 Prozent zurück. Bei den Übernachtungen betrug der Rückgang 15,9 Prozent.
Zusätzlich belasten laut MHP die global gestiegenen Energiekosten die operative Marge. Besonders betroffen seien Betriebe mit umfangreichem Tagungs- und Gastronomieangebot, da höhere Kosten nicht ohne Zeitverzug weitergegeben werden könnten.
Portfolioübergreifend lag die Belegungsquote im ersten Halbjahr mit 72,0 Prozent leicht unter dem Vorjahreswert von 73,5 Prozent. Die durchschnittliche Zimmerrate sank von 222 Euro auf 219 Euro, der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) von 163 Euro auf 158 Euro. Bereinigt um die Anlaufphase des Conrad Hamburg lag die durchschnittliche Zimmerrate bei 216 Euro (H1 2025: 222 Euro). Der bereinigte RevPAR erreichte 164 Euro und damit einen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.
Conrad Hamburg läuft langsamer an
Der Ausbau der Nachfrage über die globalen Marken- und Vertriebssysteme von Hilton befindet sich beim Conrad Hamburg nach Unternehmensangaben noch in der Aufbauphase. Der Hochlauf verlaufe etwas langsamer als ursprünglich geplant und wirke sich damit kurzfristig auf den für 2026 erwarteten Jahresbeitrag des Objekts aus.
MHP hat nach eigenen Angaben deshalb die Vermarktung des Hauses weiter intensiviert und im zweiten Quartal zusätzliche Kooperationen mit internationalen Luxusreiseagenturen initiiert. Im vierten Quartal erwartet das Management einen leichten Anstieg der entsprechenden Belegungsquote. Die Lücke zu den Planzahlen für 2026 dürfte damit jedoch nicht vollständig geschlossen werden.
Auch das F&B-Geschäft entwickelte sich im bisherigen Jahresverlauf verhalten. Als Grund nennt MHP eine Kaufzurückhaltung bei Privat- und Businessgästen, wie sie derzeit branchenweit in der Gastronomie zu beobachten sei.
Prognoseanpassung für das Geschäftsjahr 2026
Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angepasst. MHP erwartet nun einen Konzernumsatz von rund 220 bis 225 Millionen Euro. Bislang war das Unternehmen von rund 225 Millionen Euro ausgegangen.
Vor dem Hintergrund der beschriebenen Entwicklungen der temporär rückläufigen Nachfrage aus den arabischen Golfstaaten, der global gestiegenen Energiekosten sowie des etwas langsameren Hochlaufs des Conrad Hamburg hat MHP daher die Prognose für das Geschäftsjahr 2026 angepasst. Der Vorstand erwartet nun einen Konzernumsatz von rund 220 Millionen bis 225 Millionen Euro (bisherige Prognose: rund 225 Millionen Euro) sowie ein EBITDA von rund 8 Millionen Euro (bisherige Prognose: über 10 Millionen Euro).
Am grundsätzlichen Wachstumskurs hält das Unternehmen fest. Der volle Jahresbeitrag des Conrad Hamburg, die weitere Integration des Hyatt Regency Vienna sowie die anhaltend hohe strukturelle Nachfrage im Premium- und Luxussegment sollen das Geschäftsmodell absichern.
Zusätzliche Wachstumsimpulse erwartet MHP ab Januar 2027 durch die Übernahme des jetzigen Austria Trend Hotel Savoyen Vienna in unmittelbarer Nähe zum Schloss Belvedere. Nach umfassender Modernisierung will MHP den Betrieb des Hauses unter der internationalen Premium-Marke Sheraton fortführen. Ergänzend wird im vierten Quartal ein erneut stark ausfallendes F&B-Geschäft erwartet, welches auch weiterhin ein nachhaltiger Baustein für die mittelfristige Wachstumsstory bilden soll.
„Mit den kommenden Monaten beginnt für uns traditionell die umsatzstärkste Zeit des Geschäftsjahres. Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich diese saisonale Stärke, getragen von Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest oder der Expo Real in München sowie weiteren internationalen Events, auch im weiteren Jahresverlauf bestätigt. Insbesondere der Dezember profitiert von der internationalen Faszination für die Weihnachtsmärkte in Städten wie Wien, München oder Hamburg und ist mittlerweile einer unserer stärksten Monate“, sagt CEO Dr. Jörg Frehse. "Auch wenn geopolitische Unsicherheiten und ihre Folgen für einzelne Gästesegmente bestehen bleiben, blicken wir angesichts dieser saisonalen Stärke zuversichtlich auf die verbleibenden Monate des Jahres und sehen uns gut aufgestellt, unsere angepasste Jahresprognose zu erreichen."
(MHP Hotel/SAKL)