Hotelmarkt

München: Trotz Übernachtungstief heiß umkämpft

Seit Jahren ist der Münchener Hotelmarkt ein heiß umkämpftes Pflaster und suchte lange Zeit auf dem deutschen Hotelmarkt seines Gleichen. Trotz dem die Übernachtungen im von der Pandemie geprägten Jahr um -62 Prozent einbrachen, wachsen die Zimmerkapazitäten.

Dienstag, 20.07.2021, 10:03 Uhr, Autor: Karoline Giokas
München Zwillingstürme

Verglichen mit dem Vorjahreswert brach die Zahl der Übernachtungen in München um -62 Prozent ein. (Foto © Nikada via Getty Images)

Vor der Pandemie nahm München bezüglich der durchschnittlichen Zimmerrate und dem durchschnittlichem Zimmerertrag die Spitzenposition unter den deutschen A-Standorten ein. Dies liegt unter anderem an der Vielzahl internationaler Gäste, die in der Regel eine höhere Zahlungsbereitschaft haben, sowie an den zahlreichen Betrieben im Upper-Upscale-Segment. Im Jahr 2019 knackte die Heimat des deutschen Rekordmeisters erstmals die Marke der 18 Millionen Übernachtungen. In einem Fünfjahres-Vergleich zwischen 2015 – 2019 stiegen die Übernachtungen um 30 Prozent (Ankünfte +26 Prozent). Das von der Corona-Pandemie geprägte Jahr 2020 führte zu deutlichen Einbrüchen der touristischen Nachfrage. Verglichen mit dem Vorjahreswert brach die Zahl der Übernachtungen um -62 Prozent (Ankünfte -65 Prozent) ein und katapultierte die Destination auf ein Übernachtungsniveau von 2003.

Deutlicher Rückgang internationaler Gäste

Kennzeichnend für den Münchener Hotelmarkt ist die hohe Anzahl ausländischer Gäste, die über die letzten Jahre hinweg einen Anteil seitwärts der 48 Prozent der Übernachtungen (Ankünfte ca. 45 Prozent) erzielten. Hinsichtlich der internationalen Quellmärkte und den daraus generierten Übernachtungen sind die wichtigsten Quellmärkte USA (1,22 Mio.), Italien (613 Tsd.), Großbritannien (586 Tsd.) und die arabischen Golfstaaten (528 Tsd.) gewesen. Reisebeschränkungen und Beherbergungsverbote führten zu einem deutlichen Abflachen der ausländischen Nachfrage. Während in Marktkreisen längst bekannt ist, dass sich in der Regel die Nachfrage aus benachbarten Ländern schneller erholt als beispielsweise interkontinentale Touristenströme, sind besonders hohe Einbrüche bei den Quellmärkten USA (-88 Prozent) und den arabischen Golfstaaten (-86 Prozent) verzeichnet worden.

Kapazitäten wurden erweitert

Die Münchner Hotelpipeline ist gut gefüllt. Trotz der aktuellen Situation besteht großes Interesse am Standort und Investoren buhlen um zentrumsnahe Grundstücke. (Grafik © Hotel Affairs Consulting)

Während die Nachfrage in München einbrach, schien die Kapazitätserweiterung auf dem Münchener Hotelmarkt munter voranzuschreiten. Im Jahr 2020 stieg das Zimmerangebot um ca. 2.200 Zimmereinheiten. Im Herzen der Münchener Innenstadt eröffneten beispielweise das Boutique Hotel FC Bayern München mit 30 Zimmern sowie ein Premier Inn (189 Zimmern). Das ein Whitbread Haus selten allein kommt, wurde in der Vergangenheit mehrfach bestätigt. Ein weiteres Premier Inn ist im Zuge der Portfolioübernahme der Acom Hotels, bestehend aus drei Immobilien, erfolgt. Das Hotel mit 106 Zimmern ist im Stadtteil Haar angesiedelt.

Für das Jahr 2021 ist mit einem Zimmerzuwachs von rund 3.000 Einheiten zu rechnen. Im Fokus neuer Hotelprojekte steht die Nachbarschaft des Münchener Ostbahnhofes. Hier werden die Eröffnungen eines Adina (234 Zimmer), Wombats (120 Zimmer) und eines Scandic Hotels mit 234 Zimmern erwartet. Unweit von den genannten Hotelprojekten, im Stadtteil Bogenhausen, war ursprünglich der Bau eines Boardinghouse mit 826 Zimmereinheiten geplant. Jedoch wurde das Grundstück weiter verkauft und der aktuelle Projektstatus ist unbekannt. Über die nächsten Jahre hinweg verschiebt sich der Fokus neuer Hoteleröffnungen in Richtung Hauptbahnhof. Gleich mehrere Luxushotels sind im Anmarsch.

„Die Hotelpipeline ist gut gefüllt und seit Jahresbeginn sehen wir einen Zuwachs von rund 5.000 Zimmereinheiten in den nächsten Jahren. Trotz der aktuellen Situation und den Umsatzeinbrüchen sehen wir weiterhin großes Interesse am Standort München. Investoren buhlen um die „letzten“ zentrumsnahen Grundstücke“, kommentiert Oliver Vinsant von der Hotel Affairs Consulting.

(Hotel Affairs Consulting/KG)

 

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