Exklusivinterview

Armenien – ein unentdecktes Juwel im Kaukasus

Lusine Gevorgyan
Lusine Gevorgyan ist Vorsitzende des Verbands für Tourismus in Armenien. (Foto: © Lusine Gevorgyan/ Verband für Tourismus in Armenien)
Noch vor wenigen Jahren war Armenien ein weitgehend unentdecktes Land für die meisten Reisenden. Doch gerade die reiche Kultur, die unberührte Natur und die traditionsreiche Kulinarik machen es zu einem spannenden Reiseziel. Was das Land so besonders macht, darüber spricht Lusine Gevorgyan, Vorsitzende des Verbands für Tourismus in Armenien, in einem Exklusivinterview. 
Montag, 24.02.2025, 11:16 Uhr, Autor: Gabriele Gugetzer

Lusine Gevorgyan ist die frisch gekürte Vorsitzende des Verbands für Tourismus in Armenien. Ihre Berufung kommt zu einem idealen Zeitpunkt: Lonely Planet schob das Land gerade unter die Top 10 der ultimativen Reiseziele für 2025.

Dieses Land in der Kaukasusregion grenzt an Aserbeidschan, den Iran, die Türkei und Georgien. Noch vor wenigen Jahren war wenig über den vorderasiatischen Staat bekannt, doch jetzt macht genau diese relative touristische Unberührtheit, gekoppelt mit einer spannenden Küche, das Land zu einem spannenden Reiseziel.

Auf der diesjährigen ITB zwischen 4. und 6. März präsentiert sich das Land in Halle 11.2, Standnummer 102. Vor der ITB gab Lusine Gevorgyan unserer Kollegin Gabriele Gugetzer ein Exklusivinterview.

Frau Gevorgyan, das Stichwort Übertourismus scheint im Tourismus immer noch das Triggerwort schlichthin ...

Armenien hingegen ist ein verstecktes Juwel. Wir können auf eine reiche kulturelle Vergangenheit zurückblicken, haben atemberaubende Landschaften, bieten authentisches Reisen und Erleben. Antike Stätten wie der Tempel von Garni und das Kloster Geghard, unberührte Natur am Sewansee und im Nationalpark Dilijan und natürlich unsere Foodszene sind nur einige Beispiele.

Apropos: Was ist denn typisch für die armenische Küche?

Die sehr präzisen Aromen, die jahrhundertealte Tradition, die frischen regionalen Zutaten. Das Fladenbrot Lavash ist sogar ein UNESCO-Weltkulturerbe, unsere Dolmas werden nicht nur mit Wein-, sondern auch mit Kohlblättern zubereitet, unser traditionelles Festtagsgericht Ghapama ist ein mit Reis, Trockenfrüchten und Nüssen gefüllter Kürbis, Gata ist unsere Version eines Kuchens, der auch zum Mezzebüffet passt ...

Wir haben spezielle Foodtouren entwickelt und Events, inklusive Dining im Gnishik Canyon. Und in unserer Hauptstadt Jerewan ist sehr zeitgemäßer Mix aus moderner und traditioneller Kulinarik im Kommen. Ach so, die älteste Kellerei der Welt besitzen wir quasi auch: In der Vogelhöhle Areni-1 kann man den Ursprüngen des Weinbau nachspüren.

Welche Prios haben Sie aktuell für den Tourismus ausgemacht?

Auf jeden Fall die Kulinarik, dann die Wahrzeichen vergangener Kulturen und natürlich die unberührte und in Teilen recht wilde Natur. Außerdem kam Armenien im vergangenen Jahr auf Platz acht im internationalen Kriminalitäts-Index von Numbeo. Das Reisen ist sicher.

Wie kommt man nach Armenien? Und wie reist man?

In Jerewan ist Englisch gebräuchlich, wobei eine Übersetzer-App generell keine schlechte Idee ist. Frankfurt und Berlin fliegen den internationalen Flughafen Zartnots Jewewan direkt an. In der Hauptstadt kommt man mit Taxi, Öffis oder zu Fuß gut rum, für Exkursionen ins Landesinnere empfehle ich einen Mietwagen oder eine geführte Tour.

Weiter Infos gibt es unter: https://armenia.travel/de/

(Gabriele Gugetzer/SAKL)

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