Studie

Babyboomer reisen nachhaltiger als Gen Z

Zwei ältere Menchen auf Wanderung
Während jüngere Reisende häufiger über Nachhaltigkeit sprechen, setzen ältere Generationen entsprechende Maßnahmen laut einer aktuellen Studie häufiger um. (Foto: © andreybiling/stock.adobe.com)
Viele Urlauber wollen umweltbewusster reisen. Eine Studie zeigt jedoch: Während jüngere Generationen ihre Nachhaltigkeitsabsichten häufig nur formulieren, setzen ältere Reisende entsprechende nachhaltige Maßnahmen deutlich konsequenter um.
Dienstag, 02.06.2026, 13:16 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

83 Prozent der deutschen Reisenden möchten nachhaltiger reisen. Das geht aus einer aktuellen Studie von Booking.com hervor. Die Zahlen zeigen eine interessante Entwicklung: Während jüngere Generationen ihre Nachhaltigkeitsabsichten deutlich lauter äußern, sind es gerade die älteren Reisenden, die eher nachhaltigeres Verhalten auf Reisen zeigen.

Die repräsentative Umfrage wurde unter 32.500 Reisenden in 35 Ländern durchgeführt und offenbart tiefgreifende Unterschiede zwischen den Generationen.

Babyboomer sind die Nachhaltigkeitsvorreiter

Generation Z und Millennials zeigen die stärksten Absichten, nachhaltiger reisen zu wollen. Laut der Studie planen 73 Prozent der Angehörigen der Generation Z und 71 Prozent der Millennials, in den kommenden zwölf Monaten nachhaltiger zu reisen. Bei den Babyboomern liegt dieser Wert dagegen bei lediglich 40 Prozent.

Bei konkreten Verhaltensweisen ergibt sich jedoch ein anderes Bild. So recyceln 51 Prozent der Babyboomer auf Reisen, während dies nur 29 Prozent der Millennials und 34 Prozent der Generation Z tun. Auch beim Konsum regionaler Produkte liegen die älteren Reisenden vorne: 58 Prozent der Babyboomer konsumieren im Urlaub regionale Produkte, bei den jüngeren Generationen ist es lediglich gut ein Drittel. Und bei der Vermeidung von Hochsaison-Reisen liegen die Babyboomer mit 74 Prozent deutlich vor der Gen Z mit 37 Prozent.

„Der diesjährige Reise- und Nachhaltigkeitsbericht zeigt, dass die Generationen zwar unterschiedliche Auffassungen davon haben, was nachhaltigeres Reisen ausmacht, die Anpassung an extreme Wetterbedingungen und das aktive Vermeiden von Menschenmassen aber mittlerweile in allen Altersgruppen zur Norm gehören“, sagt Danielle D’Silva, Director of Sustainability bei Booking.com. „Wir finden es ermutigend, wie vielfältig Reisende bereits heute nachhaltiger unterwegs sind und wie sie dies auch weiterhin tun wollen.“

Extremwetter beeinflusst Reiseentscheidungen

Während sich die Generationen in ihren Nachhaltigkeitsmaßnahmen unterscheiden, eint sie eine neue gemeinsame Sorge: Extreme Wetterereignisse beeinflussen mittlerweile Reiseentscheidungen aller Altersgruppen gleichermaßen.

63 Prozent der deutschen Befragten berücksichtigen das Risiko extremer Wetterbedingungen bei der Wahl ihres Reiseziels, 64 Prozent beim Zeitpunkt der Reise. Ein fast genauso großer Anteil (63 Prozent) meidet Reiseziele aktiv, die für Extremwetter bekannt sind.

Besonders bemerkenswert: 29 Prozent der Deutschen haben ihre Reisepläne in den vergangenen zwölf Monaten aufgrund von Naturkatastrophen wie Stürmen, Waldbränden oder Überschwemmungen storniert oder ändern müssen. Fast die Hälfte (49 Prozent) sagt, bestimmte Reiseziele seien zu heiß geworden, um sie noch zu besuchen, und vier von zehn Befragten (41 Prozent) haben Destinationen aufgrund von Nachrichten über Extremwetter von ihrer Reise-Wunschliste gestrichen.

Reisende meiden Menschenmassen

Diese neuen Realitäten führen zu einem Umdenken bei der Reiseplanung. 43 Prozent der Deutschen möchten überfüllte Touristenziele meiden – ein Anstieg um 10 Prozentpunkte zum Vorjahr. 42 Prozent planen, außerhalb der Hauptsaison zu verreisen, und 18 Prozent suchen bewusst nach Reisezielen mit kühleren Temperaturen.

Ein signifikanter Trend: Von denjenigen, die sich für ruhigere Reiseziele entscheiden, geben 49 Prozent an, nicht zum Übertourismus beitragen zu wollen. 29 Prozent verschieben ihre Reisen bewusst in die Nebensaison, um den Druck auf Destinationen zu verringern – ein Zeichen wachsenden Bewusstseins für die Auswirkungen des Tourismus.

Nachhaltigkeit ist längst im Mainstream angekommen

Die Bemühungen der Tourismusbranche zeigen Erfolg: 2025 buchten Reisende über Booking.com weltweit über 100 Millionen Übernachtungen bei Unterkünften mit unabhängigen Nachhaltigkeitszertifizierungen. Rund ein Drittel aller Altersgruppen möchte in den nächsten zwölf Monaten in solchen zertifizierten Unterkünften übernachten.

Reisepraktiken für mehr Nachhaltigkeit sind dabei vielfältig: Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel über die Miete von Elektrofahrzeugen bis hin zur bewussten Wahl kühlerer und weniger überlaufener Reiseziele. 

(Booking.com/SAKL)

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