Terrorangst

Borkum statt Belek: Wie sich die Tourismuslandkarte ändert

Warnschild
Klassische Urlaubsländer wie die Türkei oder Ägypten tun sich schwer, das Vertrauen der deutschen Touristen zurückzugewinnen. (© pixabay.com)
2017 soll für die Tourismusbranche alles besser werden. Doch die Themen Terror und politische Unsicherheit beherrschen in einst beliebten Urlaubsorten weiter die Schlagzeilen. Das Problem: Gegen die Ängste der Menschen lässt sich wenig tun.
Donnerstag, 09.03.2017, 09:39 Uhr, Autor: Felix Lauther

Friede, Freude, Eierkuchen findet man auf der touristischen Landkarte immer seltener. Terroranschläge, politische Unsicherheit und Flüchtlingsrouten durch Europa haben in klassischen Tourismusregionen dramatische Spuren hinterlassen. Auch 2017 machen die Gäste um Länder und Städte, die als unsicher gelten, einen großen Bogen. Die Sicherheit bleibt das große Thema, wenn es um den Urlaub geht.

Sicherheit geht vor
Alle Studien der letzten Zeit zeigen: Sicherheit ist den Urlaubern wichtig. Jeder dritte Bundesbürger sagte in einer Yougov-Umfrage für das Portal Holidaycheck, Terroranschläge und politische Unruhen beeinflussen die Wahl des Sommerreiseziels. Gut jeder Vierte hat schon einmal bewusst ein sicheres Reiseziel gewählt, und 45 Prozent wollen es nun tun, ermittelte Norstat für das Portal Travelzoo.

Noch vor zwei Jahren reisten 5,6 Millionen Deutsche in die Türkei – letztes Jahr waren es nur rund vier Millionen. Heute sagt Norbert Fiebig, der Präsident des Deutschen Reiseverbands: „Im deutschen Ferienmarkt fehlt die Türkei.“ Dabei fänden gerade Familien so ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis an anderer Stelle nicht so leicht.

Touristen kommen nach Paris zurück
Oft erholen sich auch von Anschlägen betroffene Destinationen schnell. Während Istanbul als Städtereiseziel aktuell praktisch ausfällt, kommt Frankreich nach dem Anschlag von Nizza wieder zurück. „Aktuell verzeichnet Frankreich ein hohes zweistelliges Buchungsplus für den Sommer 2017“, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun. Auch Krisenland Ägypten wird den deutschen Veranstaltern zufolge wieder stärker gebucht.

„Türkei ist so sicher wie Deutschland“
Darauf hofft man auch am Bosporus: „Die Türkei ist so sicher wie Deutschland“, wirbt der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu auf der ITB. Niemand müsse Angst haben. Den „deutschen Freunden“ malt er stattdessen idyllische Bilder aus: die besten Hotels, die besten Resorts und jede Menge Geschichte und Kultur.

Die Veranstalter sehen darüber hinaus die Zielgebiete in der Pflicht und verweisen auf bereits erzielte Erfolge vor Ort. Thomas Cook zum Beispiel nennt zusätzliche Kontrollen an Hoteleingängen und auf Flughäfen, mehr Sicherheitspersonal im Hotel sowie vermehrte Kontrollen im Straßenverkehr. Beim Branchenprimus Tui heißt es: „Jedes Land, das wir in unseren Programmen anbieten, kann auch bereist werden.“ Letztlich entscheide aber der Kunde, wohin er reisen möchte oder nicht. (dpa / FL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Touristin in Berlin
Übernachtungszahlen
Übernachtungszahlen

Berlin verpasst 30-Millionen-Marke bei Übernachtungen

Berlin verzeichnet 2025 weniger Gäste und Übernachtungen als im Vorjahr. Für das laufende Jahr zeigen sich Visit-Berlin-Chef Kieker und Senatorin Giffey jedoch zuversichtlich – aus folgenden Gründen.
Mann trägt Frau huckepack am Strand
Statistik
Statistik

Niedersachsen wird beim Küstentourismus beliebter

In welchen deutschen Küstenregionen verbringen Urlauber am liebsten eine Auszeit? Schleswig-Holsteins Küsten liegen in der Reise-Gunst deutlich vorn. Doch es gibt etwas Bewegung bei den Marktanteilen.
Pflanze wächst aus Erde im Sonnenlicht als Symbol für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung in der Reisewirtschaft.
Reisewirtschaft
Reisewirtschaft

DRV bekräftigt Klimaschutz und nachhaltige Transformation

Der Deutsche Reiseverband hat sein Positionspapier aktualisiert und bekennt sich klar zur Verantwortung für Umwelt und Mobilität. Ziel ist eine zukunftsfähige Aufstellung der Branche im Einklang mit politischen Vorgaben.
Stefan Borgmann
Qualitätsoffensive
Qualitätsoffensive

Schleswig-Holsteins neuer Tourismuschef lenkt Blick auf Qualität der Angebote

Qualität statt Rekorde: Schleswig-Holsteins neuer Tourismuschef setzt auf bessere Infrastruktur und mehr Akzeptanz. Die Kommunen müssten in Modernisierung investieren.
Familie beim Check-in im Hotel
Umfrage
Umfrage

Reiselust bleibt – doch viele sparen am Urlaub

Trotz knapperer Kasse planen die meisten Menschen Urlaub. Doch bei Reisezielen und Ausgaben wird gespart. Und eines will die große Mehrheit vermeiden.
Tourismusministerin Barbara Klepsch
Sachsen
Sachsen

Zwei Millionen Euro für saisonunabhängige Tourismusangebote

In Sachsen gibt es jetzt wieder Unterstützung für touristische Angebote, die das ganze Jahr über Besucher locken. Ab dem 19. März nimmt die Aufbaubank Anträge entgegen.
Junge Menschen vor dem Brandenburger Tor
Übernachtungszahlen
Übernachtungszahlen

Erneutes Rekordjahr für den Deutschlandtourismus

Die Tourismusbranche in Deutschland hat im Jahr 2025 einen neuen Rekord aufgestellt. Doch trotz der Bestmarke warnt der Deutsche Tourismusverband vor einer drohenden Investitionslücke in der touristischen Infrastruktur.
Touristin in Bayern
Statistik
Statistik

Tourismusrekord in Bayern trotz Wirtschaftsflaute

Am Urlaub wird zuletzt gespart: Obwohl die europäische Wirtschaft seit Jahren in der Flaute steckt, kommen mehr Gäste nach Bayern als je zuvor. Sie bleiben im Schnitt jedoch nur kurz.
Ferienresort Lagovida am Störmthaler See in Sachsen nahe Leipzig
Auszeichnung
Auszeichnung

Sachsen erneut Spitze bei Gastfreundschaft

Booking.com hat die Gewinner der Traveller Review Awards 2026 bekannt gegeben. Sachsen führt erneut das Ranking der gastfreundlichsten Bundesländer an und ist erstmals international vertreten.