Inklusion

Juist: Tourist-Informationen erhalten „Reisen für Alle“-Zertifikat

Mann fährt mit einem geländegängigen, solarbetriebenen Strandrollstuhl über den Strand auf Juist; im Hintergrund Nordsee und Spaziergänger.
Barrierearm am Strand: Ein solarbetriebener Strandrollstuhl ermöglicht Gästen auf Juist mehr Mobilität am Meer. (Foto: © Lars Wehrmann)
Die Anlaufstellen im Rathaus und am Hafen sind für ihr Engagement im barrierearmen Tourismus ausgezeichnet worden. Das Zertifikat „Reisen für Alle“ soll Gästen mehr Transparenz bei der Reiseplanung bieten.
Dienstag, 06.01.2026, 11:00 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Die Tourist-Informationen im Rathaus und am Hafen auf Juist sind mit dem Zertifikat „Reisen für Alle“ ausgezeichnet worden. Damit würdigt die Initiative das Engagement der Insel für barrierearmen Tourismus und mehr Transparenz für Gäste. Die beiden Standorte gehören nun zu über 430 zertifizierten Betrieben in Niedersachsen, die nach einheitlichen Kriterien überprüft wurden.

Im Rahmen einer Verleihungsveranstaltung in Hannover wurden kürzlich rund 60 Qualitätszertifikate vom Niedersächsischen Staatssekretär aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen an touristische Betriebe und Dienstleister vergeben. Insgesamt nahmen gut 80 Anbieter an der Veranstaltung teil.

Zertifizierung soll Orientierung für Gäste bieten

Mit dem Zertifikat verbinden die Verantwortlichen das Ziel, die Bedürfnisse unterschiedlicher Gästegruppen besser sichtbar zu berücksichtigen.

„Das Zertifikat Reisen für Alle ist eine Auszeichnung, auf die wir sehr stolz sind, denn uns liegen die Bedürfnisse aller unserer Gäste am Herzen – von Menschen mit Behinderung, mobilitätseingeschränkten Personen, älteren Menschen bis zu Familien, die mit ihren Kindern reisen. Dank der Zertifizierung wissen unsere Besucher nun sofort, dass wir uns für barrierefreies Reisen einsetzen“, so Benita Martin, Teamleitung der ausgezeichneten Tourist-Informationen im Rathaus und am Hafen auf Juist.

Maßnahmen auf Juist: Strandrollstühle und barrierearme Infrastruktur

Zu den Angeboten, die das Engagement der Tourist-Informationen auf Juist unterstreichen, zählt unter anderem die Anschaffung solarbetriebener Strandrollstühle in Kooperation mit der Juist-Stiftung. Darüber hinaus gehören rollstuhlgerechte sanitäre Anlagen auf der Insel zu den unterstützenden Maßnahmen, die den Aufenthalt für Gäste mit Mobilitätseinschränkungen erleichtern sollen.

„Reisen für Alle“: Einheitliches Kennzeichnungssystem seit 2015

Seit 2015 beteiligt sich die TourismusMarketing Niedersachsen GmbH (TMN) am bundesweit einheitlichen Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystem „Reisen für Alle“. Das Logo soll Reisenden Orientierung geben und signalisieren, dass ein Betrieb Barrierefreiheit bieten kann. Erfasst wird dabei die gesamte barrierefreie Servicekette – von der Recherche über Tourist-Information und Anreise bis hin zu Gastronomie, Geschäften, Unterkünften und weiteren Angeboten.

In Niedersachsen wurden bereits über 430 Betriebe überprüft und zertifiziert – darunter nun auch die Tourist-Informationen im Rathaus und am Hafen auf Juist. Weitere Informationen stellt die TMN über ihr Reiseland-Portal bereit.

Autofreie Nordseeinsel setzt auf weitere Verbesserungen

Juist gilt als autofreie und gezeitenabhängige Nordseeinsel, die Barrierefreiheit als Vorteil für alle Gäste versteht. Gleichzeitig betont die Insel, dass weitere Angebote zur Mobilität und zur verbesserten Barrierearmut erschlossen werden sollen, um die Aufenthaltsqualität weiter zu steigern.

(lifePR/SAHO)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Blick auf Kappeln an der Schlei
Inkusion
Inkusion

Schleswig-Holstein stärkt barrierefreien Tourismus

Mit einer neuen Masterlizenz setzt das Bundesland auf mehr Transparenz bei Angeboten für Menschen mit Einschränkungen. Das System „Reisen für Alle“ soll Gästen die Planung erleichtern und Betriebe zur Teilnahme motivieren.
Geschäftsführer Jochen Mack, Philipp Orienec und André Preissler vom Hotel "Einsmehr" in Augsburg
Auszeichnung
Auszeichnung

Inklusionshotel gewinnt ADAC Tourismuspreis Bayern

Premiere beim ADAC Tourismuspreis Bayern: Erstmals geht die Trophäe an ein erfolgreiches soziales Projekt aus dem Bereich Tourismus.
Schloss Neuschwanstein
Besucherrekord
Besucherrekord

Besuchermagnet Schloss Neuschwanstein: 75 Millionen Gäste

Seit 1886 zieht das Schloss Neuschwanstein Millionen von Menschen aus aller Welt an. Für einen besonderen Gast gab es jetzt eine Überraschung.
Graben St. in Wien
Statistik
Statistik

Wo deutsche Reisende in Europa besonders stark vertreten sind

In vielen europäischen Ländern stellen Reisende aus Deutschland die größte ausländische Gästegruppe. Neue Eurostat-Zahlen zeigen, in welchen Ländern ihr Anteil besonders hoch ist.
Gruppe vor dem Brandenburger Tor
Reiseverhalten
Reiseverhalten

Deutsche verreisen häufiger im Inland

Weniger Fernreisen, mehr Trips im eigenen Land: Eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt, wohin die Deutschen 2025 am liebsten reisten und wie sich Privat- und Geschäftsreisen entwickelten.
Tourismus in Deutschland
Halbjahresbilanz
Halbjahresbilanz

Deutschland-Tourismus erzielt Halbjahresrekord

Im Juni sind die Übernachtungszahlen in Deutschland spürbar gesunken. Dennoch erreicht der Tourismus im ersten Halbjahr 2026 einen neuen Höchststand – getragen auch von der Nachfrage aus dem Ausland.
Drei Touristen mit Stadtplan vor dem Brandenburger Tor in Berlin
Bilanz
Bilanz

Berlin verzeichnet weniger Gäste und Übernachtungen

Im ersten Halbjahr kamen rund 5,9 Millionen Besucher in die Hauptstadt. Vor allem die Nachfrage aus dem Ausland ging zurück, während die Zahl der Inlandstouristen leicht zulegte.
Zwei Stand-up-Paddler auf dem Forggensee im Allgäu.
Statistik
Statistik

Mehr Gäste und Übernachtungen in Bayern

Die Beherbergungsbetriebe verzeichnen im ersten Halbjahr steigende Ankunftszahlen. Allerdings profitieren nicht alle Betriebsarten: Vor allem Gasthöfe und Pensionen müssen Rückgänge hinnehmen.
Felsenbühne Rathen
Nach dem Unwetter
Nach dem Unwetter

Tourismusbranche in der Sächsischen Schweiz hofft auf schnelle Normalisierung

Die Wanderrast am Amselsee ist zerstört, auf der Felsenbühne Rathen vorerst kein Theater möglich. Wie steht es sonst um den Tourismus in der Sächsischen Schweiz nach dem Unwetter?