Tourismus

Nachfrage für Winterurlaub zieht an

Freunde im Schnee
Lust auf Winterurlaub ist vorhanden. (Foto: © cppzone/stock.adobe.com)
DS Destination Solutions analysierte die Buchungslage für die Monate Dezember bis März. Das Ergebnis zeigt: Die Küsten sind neben dem Alpenrand weiter hoch im Kurs und der Trend zur Kurzfristigkeit hält an.
Donnerstag, 04.11.2021, 14:56 Uhr, Autor: Martina Kalus

Nachdem die Ferien zur kalten Jahreszeit pandemiebedingt im vergangenen Jahr de facto ausfielen, sind die Vorzeichen für den Winter 2021/2022 deutlich besser. Das zeigt sich auch beim Urlaub in der Ferienwohnung bzw. im Ferienhaus. DS Destination Solutions, Tochterunternehmen der bekannten HRS-Gruppe, hat nun analysiert, welche Ziele in Deutschland nach Stand heute das Rennen machen und welche Regionen jeweils wie viele Kapazitäten aufzeigen. Alleine in Deutschland, Österreich sowie in der Schweiz vermittelt das Unternehmen mehr als 270.000 Objekte.

Alpenrand und Küstenziele hoch im Kurs

Erwartungsgemäß beliebt sind bei den Buchenden Destinationen in Bayern. Dort machen in der Reisezeit zwischen Dezember und März das Rennen: Rottach-Egern, Bad Wiessee, Tegernsee, Fischbachau, Schliersee, Bayrischzell, Kreuth, Kollnburg, Waakirchen und Bad Kohlgrub. Anders als in den Jahren vor der Pandemie zieht es die Deutschen auch sehr stark an die Küsten von Nord- und Ostsee. Damit setzt sich der Beliebtheitstrend der Ziele am Meer spürbar vom Sommer in den Winter fort. Top-Ziele im untersuchten Zeitraum sind Heringsdorf, Binz, Seebad Ahlbeck, Bansin, Sellin, Karlshagen, Sassnitz, Baabe, Zinnovitz sowie Westerland auf Sylt.

Im Süden des Landes wird es schon enger 

Speziell für die traditionell beliebten Winterziele im Süden hat sich DS Destination Solutions die Auslastung der Ferienunterkünfte angeschaut. Während im deutschlandweiten Schnitt gut 70 Prozent der Inserate in den Monaten Dezember bis März noch frei sind, wird es in Bayern und Baden-Württemberg hier und da schon eng. Am bayerischen Alpenrand sind im Dezember zum Beispiel noch etwa 52 Prozent frei, im Januar 56 Prozent, im Februar 57 Prozent und im März dann wieder immerhin 61 Prozent. In Oberstdorf sind im Dezember noch rund 53 Prozent der Angebote zu haben.

Ähnlich sieht es in der Zugspitzregion aus. Etwas mehr sind es in der Region Tegernsee-Schliersee mit 60 Prozent sowie im Allgäu mit 65 Prozent. Mit 75 Prozent hat der Schwarzwald im Nachbar-Bundesland noch viele Angebote frei. Wer nicht zwangsweise im Süden Deutschlands den Winterurlaub verbringen möchte, der findet in der Mitte des Landes noch richtig viel Sortiment – so im Dezember etwa im Harz mit 75 Prozent. Im März stehen dort sogar noch 82 Prozent der Angebote zur Verfügung.

Nachfrage 13 mal so hoch 

Prinzipiell beobachtet DS Destination Solutions bereits seit Mai eine verstärkte Nachfrage für Unterkünfte in der anstehenden Wintersaison. Seit September hat sich dieser Trend deutlich verstärkt, so dass seitdem die überwiegende Anzahl der Reservierungen auf die kalte Jahreszeit entfällt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Dezember und Januar, was zeigt, dass Menschen sich nach wie vor tendenziell eher kurzfristig für ihr Urlaubsziel entscheiden. „Die Buchungen für die Wintersportziele sind immer noch eher kurzfristiger Natur im Vergleich zu Zeiten vor der Pandemie“, kommentiert Gunilla Krebs, Chief Growth Officer bei Destination Solutions. „Dies ist nur bedingt überraschend, da an den meisten Orten noch nicht wirklich feststeht, unter welchen Bedingungen eine Ski-Saison stattfinden kann.“

Unter dem Strich zeigt sich das Unternehmen aber sehr zufrieden mit der Nachfrage. Sie liegt für die Monate Dezember bis März rund 13 mal so hoch wie im vergangenen Jahr und übertrifft sogar die Vor-Corona-Zeit – genauer gesagt den Winter 2019/2020.

(DS Destination Solutions/MK)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Mountain ski resort
Umfrage
Umfrage

Wirtschaftskrise dämpft Wintergeschäft im Gastgewerbe

Die deutsche Wirtschaft ist in der Dauerkrise. Eine Umfrage deutet darauf, dass verunsicherte Verbraucher auch am Winterurlaub sparen wollen. Dennoch blicken Gastgeber positiv in die Wintersaison.
Skiurlaub
Prognose
Prognose

Wie wird der Wintertourismus? – ExpertTalk hat Antworten

Hohe Inflation, steigende Energiekosten, Personalmangel: Die Tourismusbranche blickt verunsichert auf die kommende Wintersaison. Worauf können sich Destinationen und Tourismusbetriebe einstellen und welche Chancen gibt es für den Wintertourismus in einer von Krisen geprägten Zeit?
Leute beim Skifahren in den Bergen
Skisaison
Skisaison

Starker Saison-Start in deutschen Skigebieten

In den deutschen Wintersportgebieten herrschten am Wochenende gute Bedingungen und teils reger Andrang – wie auch in der benachbarten Schweiz. In Österreich war der Saisonstart hingegen eher enttäuschend.
Glückliche Familie checkt im Hotel ein
Tourismus
Tourismus

Brandenburger Tourismus hofft auf ein starkes Geschäft

Die Tourismusbranche in Brandenburg hat den Krisenmodus noch nicht überwunden. Nach den Verlusten im Sommer setzen sie jetzt auf ein starkes Geschäft im Herbst und Winter.
Luzern
Wintertourismus
Wintertourismus

Gute Aussichten für Schweizer Ferienregionen

Die Schweizer Ferienregionen können Experten zufolge mit einem recht erfolgreichen Winter rechnen. Es dürften im Alpenraum aus der Schweiz und dem umliegenden Ausland wieder so viele Gäste kommen wie vor der Corona-Pandemie.
Venedig
Debatte
Debatte

Eintrittsgeld in Venedig: An Spitzentagen sogar 50 Euro?

Venedigs neuer Bürgermeister Venturini bringt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ins Spiel – auf bis zu 50 Euro. In der Lagunenstadt sorgt der Vorstoß für Wirbel.
Anlegestelle für Schiffe an der Seebrücke Binz, Strandpromenade, Travel Charme Kurhaus, SPA & Genuss, Kurplatz, Insel Rügen, an der Ostsee, Ostseebad, Postkarten Landschaft
Gesundheitstourismus
Gesundheitstourismus

Neue Kategorien für Kurorte im Nordosten

Zusätzliche Prädikate, aber auch höhere Hürden für Tourismusorte: Was sich mit der Änderung des Kurortgesetzes für Gäste und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern ändert und was das bringen soll.
Gast kommt ins Hotelzimmer
Bilanz
Bilanz

Tourismus in Deutschland: Weniger Übernachtungen im April

Im April 2026 meldeten Beherbergungsbetriebe rund 39,5 Millionen Übernachtungen. Damit lag das Ergebnis laut Statistischem Bundesamt zwar unter dem Vorjahresmonat – die Bilanz der ersten vier Monate fällt dennoch positiv aus.
Kai Gardeja
Personalie
Personalie

Gemeindevertretung von St. Peter-Ording beruft neuen Tourismus-Direktor

St. Peter-Ording hat einen neuen Tourismus-Direktor: Kai Gardeja übernimmt ab September die Leitung der Tourismus-Zentrale. Der bisherige Binzer Tourismuschef soll die weitere Entwicklung der Nordsee-Destination mitgestalten und das Tourismusentwicklungskonzept bis Ende 2026 finalisieren.