DRV

Reisewirtschaft blickt optimistisch auf das Touristikjahr 2026

Gruppe von Urlaubern mit Koffern in einem Gebäude auf dem Weg zur Reise
Die Urlaubslust bleibt auch 2026 hoch, trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten. (Foto: © Nicolas Micolani)
Die Reisewirtschaft rechnet in diesem Jahr mit steigenden Urlaubsausgaben auf 86 Milliarden Euro, bei nahezu stabiler Nachfrage. Kreuzfahrten, Fernreisen und Ziele am östlichen Mittelmeer legen laut DRV besonders zu.
Montag, 12.01.2026, 08:02 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Die Reiselust der Deutschen bleibt 2026 hoch und die Branche startet zuversichtlich in das neue Touristikjahr. Der Deutsche Reiseverband (DRV) prognostiziert für den deutschen Markt der Urlaubs- und Freizeitreisen ab einer Übernachtung steigende Umsätze, während die Gästezahlen nahezu stabil bleiben.

„Wir erwarten eine wachsende Nachfrage vor allem für Kreuzfahrten, Fernreisen und die klassischen Badeziele am östlichen Mittelmeer“, fasst der Präsident des DRV, Albin Loidl, ein zentrales Ergebnis der jetzt veröffentlichten Prognose für den touristischen Gesamtmarkt zusammen. Der DRV erwartet, dass die Bundesbürger in diesem Jahr für Urlaub und Reisen rund 86 Milliarden Euro ausgeben werden. Damit wächst das Umsatzvolumen im Markt der Urlaubs- und Freizeitreisen ab mindestens einer Übernachtung im Touristikjahr 2025/26 um drei Prozent.

Für die Prognose des Gesamtreisemarktes, die der DRV in Zusammenarbeit mit Branchenexperten entwickelt hat und zweimal im Jahr – zu Jahresbeginn und vor dem Sommer – veröffentlicht, werden sowohl Pauschal- und Bausteinreisen von Reiseveranstaltern als auch individuell zusammengestellte Urlaubsreisen einbezogen. Von diesem Gesamtreisemarkt entfällt rund die Hälfte des Umsatzes auf Pauschal- und Bausteinreisen von Veranstaltern.

Gästezahlen bleiben unter Vor-Pandemie-Niveau

Trotz des positiven Ausblicks auf Umsatz und Buchungslust rechnet der Verband nicht mit einem entsprechenden Plus bei den Reisenden. „Reisen bleibt auch in diesem Jahr für viele Menschen ein zentrales Bedürfnis. Auch wenn viele Kunden ihre Reisen kostenbewusster planen, erfüllt sich die Mehrheit der Deutschen auch 2026 ihre Urlaubswünsche“, zeigt sich DRV-Präsident Loidl von einer anhaltenden Nachfrage überzeugt.

Die Zahl der Reisenden bleibt laut Prognose jedoch knapp unter dem Vorjahr: Die Experten erwarten für 2026 rund 138 Millionen Reisende – weiterhin leicht unter den Werten von vor der Pandemie. Als Einflussfaktoren nennt der DRV unter anderem geopolitische Unsicherheiten, ein herausforderndes wirtschaftliches Umfeld sowie die Preisentwicklung. „Hier sind Politik, Reiseländer und Veranstalter gefordert, dass das Reisen auch in Zukunft bezahlbar ist“, so Loidl.

Winter 2025/26: Kreuzfahrten treiben die Entwicklung

Für die laufende Wintersaison (1. November 2025 bis 30. April 2026) erwartet der DRV im Gesamtmarkt aus Individual- und Pauschalreisen zwei Prozent mehr Reiseausgaben – insgesamt 28 Milliarden Euro. Besonders dynamisch entwickeln sich dabei Kreuzfahrten: Der Verband rechnet mit sechs Prozent Umsatzplus und einem Zuwachs bei der Zahl der Seereisenden um drei Prozent.

Zudem sieht der DRV eine gute Nachfrage bei Fernreisen (plus drei Prozent Umsatz) sowie bei Flugreisen zu östlichen Mittelstreckenzielen (plus vier Prozent Umsatz). Insgesamt dürfte die Zahl der Reisenden im Wintermarkt dennoch leicht sinken: Prognostiziert wird ein Rückgang um zwei Prozent auf etwas mehr als 44 Millionen. Vor allem bei erdgebundenen Reisen mit Auto, Bahn oder Bus werden weniger Reisende als im Vorjahreswinter erwartet.

Sommer 2026: Umsatz wächst, Volumen bleibt stabil

Für die zentrale Sommerreisesaison rechnet der DRV mit drei Prozent mehr Umsatz als im Vorjahr. Damit würden die Urlauber im Sommer rund 58 Milliarden Euro ausgeben. Die Zahl der Reisenden im Sommer (Anfang Mai bis Ende Oktober) wird im Gesamtreisemarkt mit 93 Millionen voraussichtlich stabil bleiben.

In den Segmenten erwartet der Verband unterschiedliche Entwicklungen: Zuwächse prognostiziert der DRV bei Flugreisen zu Mittelstreckenzielen und bei Kreuzfahrten, während Nahziele bei erdgebundenen Reisen per Auto, Bahn oder Bus eher rückläufig eingeschätzt werden. Fernreisen gelten als stabil – belastbare Trends seien derzeit jedoch noch verfrüht.

Frühbucher: Östliches Mittelmeer legt deutlich zu

Auch die aktuelle Buchungslage deutet auf anhaltende Reiselust hin – und auf ein erneut starkes Frühbuchergeschäft. Laut Momentaufnahme kurz vor Jahresende verzeichnen die östlichen Mittelmeerländer im organisierten Veranstaltermarkt ein Umsatzplus von 22 % – mit den höchsten Zuwachsraten bei Gästezahl und Umsatz.

Die Türkei ist laut DRV-Auswertung bei den Frühbuchern das Sommerreiseziel Nummer 1 und vereint rund ein Viertel aller bisher für den kommenden Sommer gebuchten Veranstalterreisen auf sich. Ebenfalls stark nachgefragt seien Ägypten, Italien, das spanische Festland und Tunesien, basierend auf aktuellen Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA).

(DRV/SAHO)

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