Wachstum

Sattes Einnahmenplus für Österreichs Tourismus

Flagge mit Aufschrift „Zimmer frei“
© APA/BARBARA GINDL
Bei den österreichischen Beherbergungsbetrieben klingeln dieses Jahr die Kassen. „Der heimische Tourismus, der im Vorjahr Gesamteinnahmen von 24,4 Mrd. Euro verbuchen konnte, kann sein Ergebnis 2016 voraussichtlich nochmals deutlich verbessern“, erwartet Bank-Austria-Ökonom Günter Wolf.
Donnerstag, 08.12.2016, 12:30 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

In diesem Jahr sei „ein überdurchschnittliches Einnahmenplus“ zu erwarten, wie die österreichischen Beherbergungsbetriebe mitteilen. In den ersten zehn Monaten gab es bereits einen Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von über 5 Prozent. Die Gästezahl erhöhte sich um 5,4 Prozent, die Übernachtungen stiegen um 5,1 Prozent. Die Nachfrage nach Urlaub in Österreich war schon in der vergangenen Wintersaison 2015/16 überdurchschnittlich dynamisch – das setzte sich im Sommer 2016 fort.

Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die unsichere geopolitische Lage, das günstige Wetter und den massiven Zuwachs an deutschen Urlaubern. Zwischen Januar und Oktober kamen um 7,5 Prozent mehr Deutsche nach Österreich als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, das war der stärkste Anstieg seit 25 Jahren. Die deutschen Nachbarn bilden hierzulande von jeher die größte und damit wichtigste Urlaubernation.

Generell habe sich die Tourismuskonjunktur 2015 und 2016 – nach sechs wachstumsschwachen Wirtschaftsjahren – erholt. Es war zwar auch in den Jahren davor laufend von neuen Gästerekorden und Einnahmensteigerungen die Rede gewesen, doch erst 2015 hätten sich die Sektoreinnahmen auch preisbereinigt nennenswert erhöht.

Leichte Abflachung des Wachstums erwartet
Für 2017 rechnen die Volkswirte der Bank Austria mit einer „leichten Abflachung des starken Wachstums“ im heimischen Tourismus. Österreich bleibe aber „einer der wettbewerbsstärksten Tourismusstandorte weltweit“ – aufgrund der überdurchschnittlich guten touristischen Infrastruktur und der hohen Wettbewerbsfähigkeit bei den Preisen belegte Österreich im internationalen Ranking des World Economic Forum 2015 Platz 12 von mehr als 140.

Während sich die Einnahmen zuletzt sehr gut entwickelten, steht es um die Gewinne der Vermieter von Zimmern in Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen wesentlich schlechter: In den vergangenen Jahren konnten sie ihre Kostensteigerungen kaum auffangen im langfristigen Vergleich ist der operative Gewinn in Relation zum Umsatz in allen Segmenten, aber vor allem bei den Drei-Sterne-Betrieben, gesunken, geht laut Bank Austria aus Auswertungen der österreichischen Hoteltreuhand hervor.

Die Preise hätten erst 2016 dank der hohen Nachfrage wieder stärker erhöht werden können. Zwischen 2000 und 2005 waren die Beherbergungspreise hierzulande um mehr als 3 Prozent jährlich gestiegen, in den folgenden zehn Jahren dann nur noch um durchschnittlich 1,8 Prozent pro Jahr. Die schwache Preisentwicklung brachte die Erträge der Branche unter Druck. In vielen Fällen sind diese den Ökonomen zufolge „zu niedrig, um die Finanzierung des erforderlichen Investitionsniveaus zu stützen“. Günter Wolf ergänzt: „In Perioden mit steigenden Zinsen werden sich die Finanzierungsschwierigkeiten der Branche verschärfen.“ Derzeit profitieren die finanzschwachen Betriebe noch vom extrem niedrigen Zinsniveau. (ck)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Venedig
Debatte
Debatte

Eintrittsgeld in Venedig: An Spitzentagen sogar 50 Euro?

Venedigs neuer Bürgermeister Venturini bringt eine deutliche Erhöhung der Eintrittsgebühr für Tagesbesucher ins Spiel – auf bis zu 50 Euro. In der Lagunenstadt sorgt der Vorstoß für Wirbel.
Anlegestelle für Schiffe an der Seebrücke Binz, Strandpromenade, Travel Charme Kurhaus, SPA & Genuss, Kurplatz, Insel Rügen, an der Ostsee, Ostseebad, Postkarten Landschaft
Gesundheitstourismus
Gesundheitstourismus

Neue Kategorien für Kurorte im Nordosten

Zusätzliche Prädikate, aber auch höhere Hürden für Tourismusorte: Was sich mit der Änderung des Kurortgesetzes für Gäste und Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern ändert und was das bringen soll.
Gast kommt ins Hotelzimmer
Bilanz
Bilanz

Tourismus in Deutschland: Weniger Übernachtungen im April

Im April 2026 meldeten Beherbergungsbetriebe rund 39,5 Millionen Übernachtungen. Damit lag das Ergebnis laut Statistischem Bundesamt zwar unter dem Vorjahresmonat – die Bilanz der ersten vier Monate fällt dennoch positiv aus.
Kai Gardeja
Personalie
Personalie

Gemeindevertretung von St. Peter-Ording beruft neuen Tourismus-Direktor

St. Peter-Ording hat einen neuen Tourismus-Direktor: Kai Gardeja übernimmt ab September die Leitung der Tourismus-Zentrale. Der bisherige Binzer Tourismuschef soll die weitere Entwicklung der Nordsee-Destination mitgestalten und das Tourismusentwicklungskonzept bis Ende 2026 finalisieren.
Aztekenstadion von Mexiko-Stadt
Sporttourismus
Sporttourismus

Volle Stadien, volle Hotels? Die Fußball-WM und der Tourismus

Millionen Fans werden zur Fußball-WM in Nordamerika erwartet. Die USA rechnen mit dem bestbesuchten Turnier der Geschichte. Für die Gastgeber geht es um weit mehr als Sport.
Blick auf die Altstadt von Erfurt mit Dom und Severikirche
Übernachtungsplus
Übernachtungsplus

Thüringen-Tourismus legt im ersten Quartal zu

Von Januar bis März wurden im Freistaat rund 1,8 Millionen Übernachtungen gezählt. Neben Hotels waren auch Ferienunterkünfte, Jugendherbergen sowie Erholungs- und Ferienheime gefragt.
Blick auf Dresden mit historischer Architektur
Statistik
Statistik

Sachsen verzeichnet mehr Gäste im ersten Quartal

Deutsche Urlauber zieht es eher nicht in die Großstädte. Menschen aus dem Ausland hingegen schon. Wie viele Gäste zuletzt nach Sachsen kamen.
Blick von der Dünenmeile in Scharbeutz auf den Ostseestrand an der Lübecker Bucht
Buchungslage
Buchungslage

Schleswig-Holstein: Tourismuszahlen zeigen gemischtes Bild

Im Norden fallen aktuelle Auswertungen unterschiedlich aus: Während größere Beherbergungsbetriebe zum Jahresstart zulegen konnten, bleibt die Nachfrage bei kleineren Häusern und Ferienwohnungen hinter dem Vorjahr zurück.
Paulskirche in Frankfurt am Main
Reiseland Deutschland
Reiseland Deutschland

5. Incoming & Brand Summit der DZT findet in Frankfurt statt

Das Reiseland Deutschland will seine internationale Positionierung weiter stärken. Beim DZT-Summit in Frankfurt im Juni stehen innovative touristische Angebote, urbane Lebensqualität und authentische Reiseerlebnisse im Mittelpunkt.