Schleswig-Holstein meldet Tourismus-Rekord 2025
Der Tourismus in Schleswig-Holstein bleibt auf Wachstumskurs. Wie das Statistikamt Nord mitteilt, verzeichnete das Bundesland im Jahr 2025 erneut Rekordwerte bei Gästezahlen und Übernachtungen. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen auch Herausforderungen für die Branche – etwa beim Binnenlandtourismus und der Auslastung außerhalb der Hauptsaison.
Mehr Gäste und Übernachtungen
Im Jahr 2025 registrierten Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Betten, einschließlich Campingplätzen, fast 9,7 Millionen Gästeankünfte. Das entspricht einem Plus von 2,9 % gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 1,3 % auf knapp 38,6 Millionen.
Damit behauptet Schleswig-Holstein weiterhin Platz fünf im bundesweiten Vergleich der Tourismusländer. Stärkstes Bundesland bleibt Bayern mit fast 103 Millionen Übernachtungen, gefolgt von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Tourismusminister Claus Ruhe Madsen (CDU) verwies auf die breite positive Entwicklung: „2025 habe es in allen Bereichen Zuwächse gegeben. Das ist, glaube ich, in den letzten Jahren einmalig.“
Binnenlandtourismus bleibt Sorgenkind
Trotz der positiven Gesamtbilanz sieht die Branche weiterhin Herausforderungen. Besonders der Binnenlandtourismus gilt als ausbaufähig. Darauf müsse künftig stärker der Fokus gelegt werden, betonte Madsen.
Auch die Nebensaison bietet nach Einschätzung der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH) noch Entwicklungspotenzial. „Schleswig-Holstein hat das Ziel, eine ganzjährige Destination zu werden und bewirbt deswegen auch die Nebensaison“, sagte TA.SH-Geschäftsführer Stefan Borgmann. Erste Zuwächse seien bereits in den Monaten von September bis Dezember zu erkennen.
Gäste bleiben etwas kürzer
Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück und lag 2025 bei vier Tagen. Insgesamt zählten die Statistiker 3.452 geöffnete Betriebe mit knapp 335.000 Betten. Während die Zahl der Betriebe leicht sank, stieg die Bettenzahl geringfügig an. Die durchschnittliche Bettenauslastung erhöhte sich um einen Prozentpunkt auf 36 %.
Den größten Anteil an den Übernachtungen hatten Ferienwohnungen und Ferienhäuser mit 38 %. Hotels kamen auf 20 %, Campingplätze auf 14 %.
Vor allem deutsche Gäste reisen in den Norden
Der überwiegende Teil der Übernachtungen entfiel mit rund 36,6 Millionen auf Gäste aus Deutschland. Besonders viele Besucher kamen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein selbst sowie aus Hessen und Hamburg.
Auch international bleibt das Bundesland gefragt. Zu den wichtigsten Herkunftsländern zählen Dänemark, die Schweiz, die Niederlande, Schweden, Österreich und Polen.
Nach Angaben der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen war Schleswig-Holstein 2025 für deutschsprachige Reisende sogar das beliebteste Ziel für Urlaubsreisen ab fünf Tagen.
Ostsee legt weiter zu
Regional zeigen sich leichte Verschiebungen. Während die Zahl der Übernachtungen an der Nordsee seit 2022 mit etwa 12,7 Millionen weitgehend stabil blieb, konnte die Ostsee weiter zulegen. Dort stiegen die Übernachtungen im gleichen Zeitraum von 18,8 auf 19,5 Millionen. Auch die Holsteinische Schweiz und das übrige Binnenland verzeichneten Zuwächse.
Zu den Gewinnern unter den Urlaubsorten gehörte 2025 vor allem Scharbeutz im Kreis Ostholstein mit einem Plus von 12,6 % auf rund 1,17 Millionen Übernachtungen. Die größten Rückgänge meldeten St. Peter-Ording und Kiel mit jeweils minus 2,8 %. Die meisten Übernachtungen verzeichneten weiterhin Sylt mit knapp 3,35 Millionen sowie Fehmarn mit fast 2,54 Millionen.
Camping bleibt wichtiger Wachstumstreiber
Ein besonders dynamischer Bereich bleibt der Campingtourismus. Nachdem dieser während der Corona-Pandemie stark gewachsen war, hält der Trend weiter an. 2025 wurden rund 5,49 Millionen Übernachtungen auf Campingplätzen gezählt. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 4,29 Millionen.
„Es ist ein wichtiger Sektor“, sagte Borgmann. Seit 2016 habe es einen Zuwachs um 46 % gegeben. Camping sei damit ein wichtiger Treiber für den Tourismus im Land – auch außerhalb der klassischen Sommermonate.
Branche setzt auf Digitalisierung
Mit Blick auf die Zukunft sieht Borgmann vor allem in Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wichtige Entwicklungsschritte. „Das fängt an bei einer schönen, modernen, inspirierenden Homepage.“ Diese müsse automatisch in verschiedene Landessprachen übersetzt werden können.
Zugleich kündigte er an, nach den Osterferien eine Tour durch Schleswig-Holstein zu starten, um touristische Organisationen im Land zu besuchen und sich ein Bild von den Herausforderungen vor Ort zu machen. Zudem plant die Tourismusagentur noch in diesem Jahr eine eigene Tourismusstrategie.
Ziel sei es laut Borgmann, das vorhandene Marketingbudget künftig gezielt einzusetzen: „Wie müssen wir das Budget, das wir haben für das Marketing, ganz konkret und sinnvoll einsetzen, um der Branche zu helfen.“
(dpa/ SAHO)