Qualitätsoffensive

Schleswig-Holsteins neuer Tourismuschef lenkt Blick auf Qualität der Angebote

Stefan Borgmann
Stefan Borgmann ist neuer Geschäftsführer der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH (TA.SH). (Foto: © picture alliance/dpa | Frank Molter)
Qualität statt Rekorde: Schleswig-Holsteins neuer Tourismuschef setzt auf bessere Infrastruktur und mehr Akzeptanz. Die Kommunen müssten in Modernisierung investieren.
Dienstag, 17.02.2026, 09:02 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Bei der Entwicklung des Tourismus in Schleswig-Holstein stehen nach Überzeugung des neuen Geschäftsführers der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Stefan Borgmann, in den nächsten Jahren nicht nur die Übernachtungszahlen im Vordergrund.

Einen Rekord nach dem anderen könne man nicht erwarten, sagte der 51-Jährige der dpa. Beim Blick auf die nächsten Jahre gehe es vor allem um die Qualität des Angebots – sei es Infrastruktur wie Promenaden, Wege und Seebrücken, oder bei den Unterkünften von Ferienwohnungen bis Hotels. Auch müsse das Thema Tourismusakzeptanz in den Blick genommen werden.

Touristische Infrastruktur modernisieren

Die Umsetzung sei individuell. „Jeder so, wie er kann“, sagte Borgmann. „Nicht jede Kommune und nicht jede lokale Tourismusorganisation ist mit den gleichen finanziellen Mitteln ausgestattet und hat die gleiche Schlagkraft.“ Da gebe es große regionale Unterschiede.

Teile der touristischen Infrastruktur kommen nach Borgmanns Worten langsam in die Jahre. „Da müssen wir am Ball bleiben.“ Trotz klammer Kassen müssten gerade die Kommunen für die öffentliche Infrastruktur sorgen. Das sei die Grundlage.

„Wenn die öffentliche Hand investiert, dann zieht die private Wirtschaft automatisch nach.“ Es gebe ein Verhältnis von etwa eins zu sechs oder eins zu sieben. Das heißt, ein Euro öffentliche Investition löse sechs bis sieben Euro private Investitionen aus, sagte der Geschäftsführer. „Das erhält Standorte und Arbeitsplätze.“

Hoffnung auf bessere Haushaltslage der Kommunen

Da sich die Haushaltslage der Kommunen in der Regel in Wellenbewegungen ändere, setzt Borgmann darauf, dass die Kommunen bald auch wieder mehr Geld für freiwillige Aufgaben zur Verfügung haben und in den Tourismus investieren können.

Im Jahr 2024 wurden in den gewerblichen Beherbergungsbetrieben in Schleswig-Holstein mit zehn und mehr Betten inklusive Camping 9,42 Millionen Gäste gezählt. Es gab 38,09 Millionen Übernachtungen. Das war ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr und ein Rekordwert. Die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor.

(dpa/SAKL)

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