Jahresbilanz

Tourismus 2025 in Brandenburg stabil trotz Konsumzurückhaltung

Blick auf das Kloster St. Johannis in Brandenburg an der Havel am Wasser gelegen
Natur- und Kulturerlebnisse wie das Kloster St. Johannis in Brandenburg an der Havel prägen das Reiseprofil des Landes und stärken besonders Angebote außerhalb der Hauptsaison. (Foto: © Sina Ettmer)
5,4 Millionen Gäste und 14,3 Millionen Übernachtungen: Die Branche behauptet sich auf hohem Niveau. Rückenwind kommt vor allem aus der ruhigen Reisezeit und dem Wassertourismus.
Freitag, 27.02.2026, 12:01 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Brandenburgs Tourismus behauptet sich 2025 auf stabilem Kurs. Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilt, kamen im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Gäste ins Land (+0,3 %). Die Zahl der Übernachtungen lag bei 14,3 Millionen (-0,7 %) und damit annähernd auf dem hohen Niveau von 2024 sowie deutlich über dem Referenzjahr 2019.

Das Wirtschaftsministerium betont, der Tourismus bleibe trotz gestiegener Lebenshaltungskosten und veränderter Konsumgewohnheiten stabil. Wirtschaftsminister Daniel Keller erklärt: „Die Tourismuswirtschaft ist weiterhin ein sicherer und stabiler Wirtschaftszweig. Der Tourismus ist stark vom inländischen Markt und damit vom Konsumverhalten der Deutschen abhängig. Das Ergebnis für 2025 kann sich daher auch im bundesweiten Vergleich durchaus sehen lassen.“

Die gewerblichen Übernachtungskapazitäten mit mehr als zehn Betten blieben mit rund 1.700 Beherbergungsstätten und rund 138.000 Betten (Stand Juli) weitgehend konstant.

Zuwächse in der Nebensaison

Deutlich positiv entwickelte sich die Nachfrage außerhalb der klassischen Ferienzeiten. Im ersten Quartal stieg die Zahl der Übernachtungen seit 2019 um 2,3 %, im vierten Quartal um 6,1 %. Die Zahl der Gäste nahm in diesen Zeiträumen um 3,3 bzw. 11,4 % zu.

Christian Woronka, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), ordnet ein: „Die Zahlen für 2025 zeigen: Die Nebensaison gewinnt weiter an Bedeutung. Immer mehr Gäste reisen bewusst außerhalb der Schulferien – sei es aus zeitlicher Flexibilität, dem Wunsch nach Ruhe, für aktive Touren in der kühleren Jahreszeit oder um Arbeit und Urlaub im Rahmen von Remote Work zu verbinden. Der Ganzjahrestourismus stärkt die Betriebe vor Ort und sichert Arbeitsplätze. Mit unserer Kommunikation werden wir auch 2026 wieder gezielt weitere Impulse für saisonunabhängiges Reisen setzen.“

Regionale Unterschiede und Auslandsmarkt

Ein Plus bei den Übernachtungen verzeichneten:

  • Potsdam,
  • das Barnimer Land,
  • die Uckermark und
  • das Dahme-Seenland.

Vor allem im Umfeld des Flughafens BER entwickelte sich die Nachfrage positiv. Rückläufig waren hingegen die Übernachtungen aus dem Ausland (-2,5 %). Besonders der wichtige Markt Polen zeigte sich 2025 schwächer (-2,8 %) – ein Trend, der auch in anderen Bundesländern beobachtet wird.

Ferienunterkünfte und Camping gefragt

Während die Übernachtungen in der Hotellerie um 1,8 % auf 7,1 Millionen zurückgingen, legten Ferienwohnungen, Ferienhäuser und Ferienzentren um 1,9 % zu.

Die Campingwirtschaft bleibt mit 1,6 Millionen Übernachtungen auf dem hohen Niveau des Vorjahres. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind die Übernachtungen auf Brandenburgs Campingplätzen um mehr als 40 % gestiegen.

Lausitzer Seenland als Meilenstein im Wassertourismus

Ein wichtiger Impuls für den Wassertourismus steht Ende Juni bevor: Am 29. Juni sollen im Lausitzer Seenland fünf Seen schiffbar gemacht und durch Kanäle verbunden werden. Dadurch entsteht eine große zusammenhängende Gewässerlandschaft, die als zusätzliches Wassertourismusrevier „Deutschlands Seenland“ ergänzt.

Die TMB vermarktet den Wassertourismus weiterhin gemeinsam mit Berlin und Mecklenburg-Vorpommern überregional unter der Marke „Deutschlands Seenland“.

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Zudem haben die TMB und die Industrie- und Handelskammern im Januar umfangreiche Unterstützungsangebote zur Anpassung an Klimaveränderungen vorgelegt. Dazu zählen ein Wissenspapier zu Klimawirkungen auf den Tourismus, Praxisleitfäden mit konkreten Empfehlungen für verschiedene touristische Segmente sowie ein Selbstcheck, mit dem Betriebe ihre Klimarisiken erkennen und Anpassungsmaßnahmen ableiten können. Eine begleitende Webinar-Reihe läuft aktuell.

(dpa/ Reiseland Brandenburg/ SAHO)

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