Inlandtourismus

Tourismus wächst im Osten Deutschlands langsamer als im Westen

Brandenburger Tor
Vor allem in Berlin wuchs die Zahl der Übernachtungen – seit 2008 um 85 Prozent. (Foto: © Fotolia/Patrick Daxenbichler)
Zum Tag der Deutschen Einheit hat das Statistische Bundesamt die Tourismusentwicklung in den Bundesländern ab 1993 untersucht. Es zeigt sich: Seit zehn Jahren gibt es im Osten weniger Übernachtungen als im Westen.
Mittwoch, 02.10.2019, 09:53 Uhr, Autor: Kristina Presser

Seit 2008 ist der Tourismus in den alten Bundesländern schneller angewachsen als in den neuen (jeweils ohne Berlin). Das ergab jetzt eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) anlässlich des Tags der Deutschen Einheit. Demnach nahm die Zahl der Übernachtungen in Hotels, Pensionen und anderen Übernachtungsbetrieben im Osten Deutschlands von 2008 bis 2018 um 18 Prozent auf 82,6 Millionen zu. Im Westen stieg sie im gleichen Zeitraum um 29 Prozent auf 362,5 Millionen. Im vereinten Deutschland gab es 2018 inklusive Berlin rund 478 Millionen touristische Übernachtungen, das waren 29 Prozent mehr als 2008.

Deutlich zugenommen hat vor allem der Tourismus in den Stadtstaaten. Von 2008 bis 2018 wuchs die Zahl der Übernachtungen in Hamburg um 88 Prozent, in Berlin um 85 Prozent und in Bremen mit +57 Prozent am stärksten. Die Schlusslichter bilden im Ranking der 16 Bundesländer Thüringen (+7 Prozent), Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils +12 Prozent). Betrachtet man in diesem Zeitraum die Gesamtzahl der Übernachtungen, dann liegen Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen auf den Spitzenplätzen, Mecklenburg-Vorpommern liegt auf Platz acht, Sachsen auf Platz zehn. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist hingegen Mecklenburg-Vorpommern das beliebteste Tourismusland. Es verzeichnete 2018 rund 19 touristische Übernachtungen je Einwohner.

Grafik Tourismusentwicklung vom statistischen Bundesamt
Die Tourismusentwicklung in den alten und neuen Bundesländern seit 1993. Es zeigt sich: Seit 2008 verläuft diese im Osten langsamer als im Westen. (Tabelle: © Statistischen Bundesamtes [Destatis])

154 Prozent mehr Übernachtungen in den neuen Ländern seit 1993

Die Tourismusstatistik zeigt jedoch auch, wie stark die neuen Länder in den ersten 29 Jahren nach der Deutschen Wiedervereinigung insgesamt als touristisches Ziel gewonnen haben. Seit 1993 legten die neuen Länder hinsichtlich der touristischen Übernachtungen um 154 Prozent zu (von 32,6 Millionen im Jahr 1993 auf 82,6 Millionen in 2018). Im früheren Bundesgebiet sind die Inlandsübernachtungen in diesem Zeitraum um nur 33 Prozent angestiegen. Im Zeitraum 1993 bis 2018 war hinter den Stadtstaaten Hamburg und Berlin insbesondere Mecklenburg-Vorpommern das hinsichtlich der Übernachtungen am schnellsten wachsende Reiseziel mit einem Zuwachs von 200 Prozent.

Zur Statistik

Bei den Vergleichen von 2008 bis 2018 ist zu beachten, dass im Jahr 2012 die Abschneidegrenze bei der Monatserhebung im Tourismus von 9 auf 10 Betten bzw. von 3 auf 10 Stellplätze beim Camping angehoben wurde. (ots/KP)

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