
Foto: Osi Foodworks
Sommerlich satt mit System
Bei OSI Foodworks hat man sich aufs Freiluftgeschäft ausgerichtet und hauseigene Fertigprodukte zu Salaten zum Sattwerden gedreht. Ihre Chicken Wings empfehlen sich zu mexikanischem Bohnensalat, ihre Hähnchenbruststreifen, serviert bei Zimmertemperatur oder kurz erwärmt, können im Hochsommer auf einem schnöden grünen Salat für Sättigung sorgen.
Tapas-Datteln in Bacon, ebenfalls ein Fertigprodukt, kann man entweder auffädeln und authentisch wie in Spanien auf Tellerchen legen (ach, ein eiskalter Fino-Sherry wäre jetzt schön!) oder als großzügiges Topping auf Couscous und anderen getreidebasierten lauwarmen Salaten servieren. Für Veganer empfiehlt man bei OSI Pilznuggets als eigenständiges Gericht.
Gemüse mit Eiweiß aufpolstern
Die Milram-Macher haben sich ins Zeug gelegt und aus ihrer Sour Cream und ihrem Paprikaquark ein paar Cremes zubereitet, die Kartoffeln und Blumenkohl vom Rand in die Tellermitte befördern. Rezeptkarten zwischen Chili Fries, Fächerkartoffeln und Blumenkohl gibt’s auf der Internetseite.
Arla hingegen packt Cannelloni bis zum Platzen voll mit Spinat und drei hauseigenen Erzeugnissen: Frischkäse in der kalorienreduzierten Version, Mozzarella und Hirtenkäse. Tipp: Da die Käsedecke und die kompakte Form die Temperatur lange halten, eignen sich die Cannelloni auch gut für den Lieferservice.
Und was ist mit Plant-based?
Im Bio-Tofu-Business ist Evergreen aus Österreich schon seit Langem unterwegs. Für den Sommer hat sich das Unternehmen nun ein paar neue Rezepte ausgedacht, die die ganze Bandbreite an Tofuzubereitungen zeigen, darunter ein Gröstl mit Kartoffeln und Tofu, gute alte Krautfleckerl, gefüllte Paprika mit zweierlei Sorten Tofu und eine Art Lasagne aus Polenta, Räuchertofu, Pesto und Möhren.
Für das Sommergeschäft ideal, weil schnell gemacht, sind Orecchiette mit Zucchini: Zucchini in Olivenöl anbraten und würzen, Orecchiette unterrühren und alles mit frischem Zitronenabrieb garnieren. Tipp: Barilla Selezione Oro Chef wurde um Orecchiette erweitert.
Was einst nur Beilage war, steht inzwischen längst auf Augenhöhe mit Hauptgerichten und kann nicht nur durch Geschmack überzeugen, sondern auch durch kreative Inszenierung, spannende Texturen und ernährungsphysiologische Raffinesse. Wer heute mit Beilagen zaubert, serviert mehr als nur ein Extra: Er liefert kulinarische Identität.

DREI FRAGEN AN … Petra Bohrer, Inhaberin des Landhotels Bohrerhof
(zu dem auch 200 Hektar Landwirtschaft gehören.)
Wie wichtig sind in Ihrer Küche die Beilagen?
Natürlich kennt die südbadische Küche viele Fleischgerichte, aber bei uns gehören auch die regionalen Spezialitäten wie Bibliskäs, Bratkartoffeln, selbst gemachte Knödel und handgeschabte Spätzle auf die Karte.
Sie beliefern den regionalen LEH und bauen in Ihrem Hotelrestaurant auf Farm-to-table.
Das ist kein Widerspruch. Im Restaurant schreiben wir viermal im Jahr besondere Speisekarten. Unsere saisonalen Gemüse von Spargel über Kürbis bis zu Chicorée und Feldsalat spielen dabei die Hauptrolle. Beilagen sind eine Bereicherung auf dem Teller, natürlich auch optisch. Überdies sind sie gesundheitsfördernd. Folsäuremangel ist in Deutschland z. B. weitverbreitet, da setzen wir auf Feldsalat. Die Bitterstoffe in Chicorée sind gut für die Gallensäfte und die Leber. Spargel enthält wichtige Spurenelemente und entwässert.
Apropos Spargel – die Popularität ist ungebrochen?
Hier in Südbaden haben wir uns auf frühere Ernten eingestellt und nutzen ein computergestütztes Folienmanagement. Und ja: Frisch gestochen vom hoteleigenen Feld bleibt Spargel eine große Freude für unsere Gäste, spielt die ganz natürliche Hauptrolle auf dem Teller und ist perfektes regionales Storytelling.