Zukunft sichern durch Weiterbildung
Warum Entwicklung zur Arbeitgeberstrategie wird
von Sarah KleinenWeiterbildung sollte idealerweise Teil einer langfristigen Unternehmensstrategie sein“, sagt Florine Gelsing, Leiterin des Fachbereichs Tourismus & Hospitality am IST-Studieninstitut. Betriebe, die Kompetenzen frühzeitig aufbauen, könnten schneller auf Veränderungen reagieren, etwa bei Digitalisierung, Revenue Management, Nachhaltigkeit oder Mitarbeiterführung.

Gleichzeitig schaffe Weiterbildung die Voraussetzung dafür, neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten aus den eigenen Reihen zu besetzen und aktuelles Fachwissen dauerhaft im Unternehmen zu verankern. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels werde es wichtiger, Mitarbeiter gezielt weiterzuentwickeln, statt ausschließlich extern zu rekrutieren. „Wer in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investiert, stärkt nicht nur die Attraktivität als Arbeitgeber, sondern auch die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit des Unternehmens“, betont Gelsing.
Auch Katharina Darisse, Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende von Fair Job Hotels, sieht Weiterbildung längst nicht mehr nur als Benefit. „Weiterbildung ist für jede Zielgruppe ein Argument dafür, zu einem neuen Arbeitgeber zu wechseln oder länger bei einem Arbeitgeber zu bleiben“, stellt sie heraus. Besonders für Menschen, die bereits mehrere Jahre im Berufsleben stehen, könne Weiterbildung eine Möglichkeit sein, sich zu spezialisieren oder Wissen aufzufrischen.
SCHON GEWUSST?
Weiterbildung wird für Hotels und Gastronomiebetriebe zum strategischen Instrument, um Mitarbeiter gezielt auf neue Anforderungen vorzubereiten. Auf den nächsten Seiten geben wir einen Überblick über spannende Seminare und Kurse, die Sie sowohl nebenberuflich als auch im Vollstudium weiterbringen.
Aus Arbeitgebersicht sei auch „Re-Skilling“, also das Angebot von Umschulungen, ein interessantes Recruiting-Tool. So könnten Betriebe Menschen mit dem richtigen Mindset, aber ohne Erfahrung in der Hotellerie für sich gewinnen.
Sichtbarkeit von Weiterbildungsangeboten stärken
Damit Weiterbildung zur Arbeitgeberattraktivität beiträgt, muss sie sichtbar sein. Schulungsangebote sollten für Bewerber und Mitarbeiter transparent, leicht zugänglich und sinnvoll strukturiert sein. „Durch die Fair Job Hotels Academy können Mitgliederhotels beispielsweise einen digitalen Schulungskalender kostenfrei nutzen und so sofort eine eigene Academy digital abbilden“, erklärt Darisse. Sie warnt vor einem reinen Top-down-Ansatz. „Durch attraktive und zeitgemäße Themen sollte das Schulungsprogramm so interessant und anziehend sein, dass Mitarbeiter Lust haben, die Schulungsangebote anzunehmen und ein Pull-Effekt entsteht“, sagt sie. Sie rät zu einer Mischung aus Pflichtlehrgängen, Angeboten, die dem Beisammensein dienen, und solchen für Top-Talente, die sich entwickeln wollen.
Wie Weiterbildung erfolgreich wird
Damit Schulungen überhaupt auch ihre Wirkung entfalten, müssen sie anschließend in den Alltag übersetzt werden. Es reicht nicht, Mitarbeiter für ein Seminar freizustellen und danach zur Tagesordnung zurückzukehren. „Der größte Mehrwert entsteht, wenn neue Kenntnisse anschließend auch im Arbeitsalltag angewendet werden können und Betriebe den Praxistransfer aktiv unterstützen“, betont Florine Gelsing. Dafür brauchen Mitarbeiter Zeit und die Möglichkeit, neue Ideen auszuprobieren.
Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie müssen Inhalte aufgreifen, mit den Mitarbeitern reflektieren und Offenheit dafür signalisieren, neue Ansätze im Team umzusetzen. Davon profitiert langfristig auch der Betrieb. Ebenso wichtig ist es laut der IST-Expertin, Mitarbeiter in die Auswahl geeigneter Weiterbildungen einzubeziehen und gemeinsam Entwicklungsziele zu definieren.
