25 Jahre Klosterglück
Wenn alte Mauern erzählen könnten ... Ein Hotel mit Geschichte, Charakter und frischer Energie: Kloster Hornbach startet in eine neue Ära
von Karoline GiokasMan erreicht Hornbach, ein beschauliches Städtchen nahe Zweibrücken, auf schmalen Landstraßen, die durch sanfte Hügellandschaften führen, vorbei an roten Sandsteinhäusern, Feldern und Wäldern. Die Region gilt als „Hinterpfalz“ – eine charmante Provinz, die sich nicht aufdrängt, aber mit stillem Stolz besticht. Hier entstand mit dem Hotel Kloster Hornbach ein Leuchtturmprojekt.

Was heute als Sehnsuchtsort gefeiert wird, war zur Jahrtausendwende noch eine vage Vision, die Mut, Hartnäckigkeit und viel Durchhaltevermögen erforderte. Als Familie Lösch das Kloster Hornbach zum ersten Mal in Augenschein nahm, glichen große Teile des durch den Krieg zerstörten Anwesens einer Ruine. Auf dem Areal, das als letzter Aufenthaltsort des heiligen Bischofs Pirminius gilt und heute eine Pilgerstätte ist, hat die Stadt Hornbach erst Anfang der 1990er-Jahre mit ersten Renovierungsarbeiten begonnen. „Wir wurden damals von vielen belächelt“, erinnern sich Christiane und Edelbert Lösch und fügen an: „Aber wir wussten: Wenn man Herzblut und Haltung mitbringt, kann man selbst am Ende der Welt ein besonderes Hotel etablieren.“ 
Heute ist das Haus nicht nur touristisches Aushängeschild der Region, sondern auch ein Ort für private Auszeiten, für Hochzeiten und andere Familienfeiern sowie für anspruchsvolle Tagungen hinter dicken Klostermauern. Entsprechend breit und durchdacht ist das Angebot aufgestellt – vom Fahrradverleih über den Wellnessbereich bis zum Dinner im Gewächshaus. Die Lage des Hauses, dezentral und nahe an Frankreich, sorgt für Ruhe, Erholung und frankophiles Flair, macht aber insbesondere die Personalakquise zu einer Herausforderung.

Jedes Zimmer ein Charakterstück
Die 33 Zimmer und Suiten des Hotels verteilen sich auf drei Gebäude: Haupthaus, altes Schulhaus und Remise. Erst im Sommer 2023 wurden sie aufwendig renoviert und spiegeln seither in Sachen Design die Handschrift von Christiane Lösch wider. Mit großer Leidenschaft und einem sicheren Gespür fürs Detail hat die Hotelinhaberin für jedes Zimmer ein individuelles Konzept entwickelt. Alles wurde durchdacht – von der Tapete bis zum Papierkorb. „Ich wollte Räume schaffen, die im Gedächtnis bleiben. Erinnerungsmarketing durch Gestaltung, sozusagen“, erzählt sie.

Besonders eindrucksvoll präsentieren sich die vor zwei Jahren neu gestalteten Design-Zimmer im alten Schulhaus, deren Wände großformartige Kunst- und Fototapeten zieren. Tiere, Pflanzen, Strukturen – das Motiv bestimmt das Farbkonzept des Raums. Darauf abgestimmt sind die hochwertigen Möbel, kuschelige Sitzgelegenheiten, Leseecken, Schreibtische und kleine Extras wie philosophisch inspirierte Bücher. Die Convent-Zimmer unterm Dach zeigen sich hingegen ruhig, klar und zeitlos im Shaker-Stil. Das Zusammenspiel von Alt und Neu – von Klostergeschichte und modernem Komfort – wird hier zur schönen atmosphärischen Komposition.
Da verwundert es nicht, dass es viele Buchungsanfragen für bestimmte Zimmer gibt. „Oft haben sich Gäste bei uns im Haus kennengelernt, verbinden schöne Erinnerungen mit ihrer Bleibe und möchten dann auch dort wieder wohnen“, verrät Christine Lösch. „Das kann zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Silvester, an denen wir immer ausgebucht sind, zum echten Puzzlespiel werden.“
