Schädlinge? Nicht mit uns!
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Schädlinge? Nicht mit uns!

Prävention, Monitoring und KI definieren die Schädlingsbekämpfung in Hotellerie und Gastronomie neu

von Karoline Giokas
Mittwoch, 09.09.2026
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 Sophie Scharrer
Früherkennung und Prävention müssen stärker fokussiert werden, um im Ernstfall schnell und regelkonform reagieren zu können. Sophie Scharrer, Schädlings­expertin bei Schädlings-Hero; Foto: SchädlingsHero

Seit Juli 2026 ist die befallsunabhängige Dauerbeköderung mit antikoagulanten Rodentiziden in Deutschland untersagt. „Die wichtigste Änderung lautet: Giftköder dürfen nicht mehr präventiv ausgelegt werden, sondern erst dann, wenn tatsächlich ein akuter Befall nachgewiesen ist“, erklärt Sophie Scharrer, Schädlingsexpertin bei SchädlingsHero. 

Tritt ein Schädlingsbefall ein, gilt eine zeitliche Begrenzung von maximal 35 Tagen am Stück. „Sollte der Einsatz von Giftködern darüber hinaus notwendig sein, muss zwingend eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden“, weiß Scharrer. Für Hotels und gastronomische Betriebe bedeute das vor allem eines: „Der Fokus muss noch stärker auf Früherkennung und Vorbeugung liegen, um im Ernstfall schnell und regelkonform reagieren zu können.“

Die Ursachen von Schädlingsbefall sind meist keine gravierenden Mängel
Die Ursachen von Schädlingsbefall sind meist keine gravierenden Mängel, sondern viele kleine Schwachstellen im Betriebsalltag. Offene oder beschädigte Türen, unzureichend abgedichtete Rohr- und Kabeldurchführungen, fehlende Wareneingangskontrollen oder mangelnde Ordnung und Sauberkeit schaffen ideale Voraussetzungen für einen Befall. Fotos: Rentokil Initial (Bild links), Ugur Karakoc via Getty Images (Bild rechts)

Schädlingsprobleme entstehen schleichend, weil erste Anzeichen nicht erkannt oder unterschätzt werden

Habib Fekih, Geschäftsführer SafeHome 

Kleine Schwachstellen, große Wirkung

Dass ein Schädlingsbefall entsteht, liegt nach Erfahrung der Experten meist nur selten an schwerwiegenden Hygienemängeln vor Ort. „Die Ursachen sind häufig vielmehr mehrere kleine Schwachstellen im klassischen Betriebsalltag“, erläutert Habib Fekih, Geschäftsführer von SafeHome. Offene Türen, schlecht abgedichtete Rohrdurchführungen, fehlende Wareneingangskontrollen oder unzureichende Ordnung würden ideale Bedingungen für Schädlinge schaffen. „Größere Schädlingsprobleme entstehen selten von heute auf morgen. Sie entwickeln sich schleichend, weil erste Anzeichen nicht erkannt oder unterschätzt werden.“ 

Gerade in Hotellerie und Gastronomie treffen Mäuse, Ratten, Schaben, Fruchtfliegen oder Vorratsschädlinge auf nahezu perfekte Lebensbedingungen: Lebensmittel, Feuchtigkeit und zahlreiche Rückzugsorte.

KI im Einsatz: „Optix“ von Rentokil ermöglicht die Überwachung
KI im Einsatz: „Optix“ von Rentokil ermöglicht die Überwachung schwer zugänglicher Bereiche, zum Beispiel abgehängter Decken. Die KI-gestützte Kameratechnik arbeitet dabei DSGVO-konform. Fotos: Rentokil Initial

Prävention ist Teamarbeit

Wer Schädlinge dauerhaft fernhalten will, braucht mehr als regelmäßige Kontrollen. Erfolgreiche Prävention setzt an vielen Stellen gleichzeitig an, von der Gebäudehülle über saubere Arbeitsabläufe bis hin zur Sensibilisierung der Mitarbeiter. „Prävention beruht also auf einem Zusammenspiel aus bau­lichen, hygienischen und organisatorischen Maßnahmen“, erklärt Sophie Scharrer. 

Konkret bedeutet das: mögliche Eintrittsstellen wie Türspalten, Rohr- und Kabeldurchführungen konsequent abdichten, Lebensmittel und Abfälle fachgerecht lagern, den Wareneingang sorgfältig kontrollieren und das Team für erste Anzeichen eines Befalls sensibilisieren. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch ein giftfreies Monitoring, das Schädlingsaktivitäten frühzeitig erkennt und dokumentiert.

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