Sylt: Immer wieder anders!
Foto: Jenny Sturm/stock.adobe.com

Sylt: Immer wieder anders!

Luxus und leiser Wandel auf Deutschlands bekanntester Insel

von Gabriele Gugetzer
Freitag, 08.05.2026
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Seit den Sixties ist Sylt die angesagteste Promidestination des Landes. Einige der Locations, die die Nordseeinsel einst zum Mythos machten, sind auch noch heute angesagt. Und damit ist nicht einmal Gosch gemeint – anderes Thema, die wachsen und wachsen und wachsen.

Tatsächlich ist hier vom Restaurant Gogärtchen die Rede, bei dem man jetzt auch auf Regionalität setzt. Das gefährdet den Partyplan aber nicht, dito im Außenposten am Roten Kliff. Auch das Pony wiehert weiterhin gut gelaunt. In diesem Club feiert mittlerweile die überübernächste junge Generation im knappen Dress ihr vieles Geld. Und wer Oldtimer gucken will, findet hier zwar nicht die legendäre Rallye Mille Miglia, aber Porsche Targas gibt’s auf der Insel zuhauf.

Küchenchef Jan-Philipp Berner und Sommelière Bärbel Ring
Foto: Peter Bender/Sylt Marketing

Tipps für den offenen Ausschank:

Bärbel Ring ist mehrfache Sommelière des Jahres und bietet im Söl’ring Hof mit Jan-Philipp Berner Gourmeterlebnisse mit Herz.

  • Nur wenige, sehr unterschiedliche Weine vorrätig haben und diese klar beschreiben können

  • Guter Wein muss nicht teuer sein. Die Basisweine von Qualitäts­weingütern sind bestens zum Einstieg geeignet und gewinnbrin­gend einzupreisen      
         
  • Zu Tagesgerichten ein oder zwei Flaschen vom gleichen Wein aufziehen. Limitiertes weckt Neugier und überfordert Gäste nicht

Mythos, Marken und ein neues Bewusstsein

Doch vieles verändert sich auch. So ini­tiierte Sylt Marketing im Jahr 2022 eine Dachmarke mit dem Namen „Lebenswert“ und dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit. Es geht um die Vernetzung zwischen Partnerbetrieben und da ist vom Sterner bis zum Brotshop schon alles dabei. Lebenswert will Nachhaltigkeit sichtbar machen und Raum für ökologisch und sozial ausgerichtete Angebote schaffen. Damit das alles nicht im Greenwashing-Topf landet, orientierte man sich bei den Vorgaben an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen und zertifiziert auch. Das kommt  nicht nur den Bewohnern der Insel zugute: Nachhaltigkeit ist längst ein Thema, das Gäste positiv bewerten. Andere Themen wie der Mangel an bezahlbarem Wohnraum und das damit verbundene lästige bis geschäftsschädigende Pendeln zwischen Festland und Insel merken die Gäste  höchstens indirekt, während es die Einheimischen und die Hospitality direkt zu spüren bekommen. 

SYLT LEBT VOM KONTRAST – GENAU DARIN LIEGT SEINE ANHALTENDE FASZINATION.

Erste Schritte gibt es, gerade wird etwa in Westerland eine Wohnanlage für Azubis nahe des Bahnhofs gebaut. Aber noch im letzten Jahr fiel die florierende Traditionsbäckerei Niebüller Backstube den Bahnstreiks zum Opfer, weil sich Handwerk, das mitten in der Nacht loslegt, mit Pendlern einfach nicht zuverlässig aufrechterhalten ließ. Wenigstens gibt’s ab Sommer einen barrierefreien ICE L für Touristen, mit 562 Sitzplätzen, Fahrradstellplätzen und einem Low-Floor-Einstieg (daher das L in der Zugbegzeichnung). 

Auch das Buchungsverhalten scheint sich langfristig zu ändern. Die klassischen drei Wochen Sommerurlaub gibt es nach wie vor, aber sie werden durchaus gedrittelt und nicht mehr am Stück absolviert. Dafür scheint die Nebensaison zunehmend verlockend. Im Jahr 2005 waren 9,51 Prozent der Gäste zwischen Dezember und Februar auf Sylt, 20 Jahre später sind es 11,89 Prozent, Tendenz steigend. Gastronomie und Hotellerie stellen sich darauf ein, ebenso Wohnungsvermittlungen.

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