
Essen als emotionaler Anker
In einer von Krisen und Digitalisierung geprägten Welt wächst spürbar die Sehnsucht nach Vertrautheit. Retro-Gerichte, Fermentation, saisonale Zutaten und traditionelle Konservierungsmethoden erleben derzeit ein Comeback – modern interpretiert, wie es der Mintel Zukunftsreport 2026 und auch Natalie Seifert beschreiben. „Newstalgia“ ist das Stichwort, wenn Klassiker neu gedacht werden, wenn Vertrautes zeitgemäß präsentiert wird, wenn etwa Käsespätzle mit Trüffel serviert werden.
Essen wird dabei zunehmend zu einer Art Therapie. Es soll nicht nur satt machen; Texturen, Aromen und Rituale sollen emotional unterstützen. Besonders für Millennials und Gen Z wird Essen Teil der persönlichen Selfcare-Routine.
Genuss wird zum Erlebnis
Ein besonders plakatives Beispiel für diese Entwicklung liefert der Burger-Markt. „Burger sind 2026 weit mehr als Fast Food. Sie werden zur Bühne für Kreativität, Storytelling und Social-Media-Tauglichkeit“, erklärt Jochen Kramer, Geschäftsführer von Salomon Foodworld. „Messy-Looks, überlaufende Soßen, ungewöhnliche Toppings und internationale Einflüsse sorgen für Wow-Effekte am Tisch und im Feed.“

Trend-Quickie: Trüffel als unkomplizierter Akzent
Trüffel ist heute quasi in aller Munde: Von Streetfood bis Fine Dining setzen immer mehr Küchen auf das nussig-würzige Aroma des Edelpilzes. Nestlé Professional bringt nun mit Maggi Truffador ein Würzmittel auf den Markt, das den Trüffeltrend einfach, kalkulationssicher und vielseitig nutzbar macht. Das aromatische Pulver lässt sich ohne zusätzliche Vorbereitung einsetzen – für Pommes, Pasta, Soßen, Snacks oder gar Popcorn.
Der anhaltende Protein-Fokus muss neu gedacht werden – weg von der einseitig tierischen Perspektive hin zu pflanzlichen Proteinquellen mit Mehrwert für Mensch und Planet
Das Großpostheimer Unternehmen zeigt auf Basis eigener internationaler Forschungen, wie sich Trendbewusstsein und Wirtschaftlichkeit verbinden lassen. Ob pflanzliche Pattys wie beim neuen Butternut Squash Burger, internationale Aromen wie beim Crunchy Kimchi Burger oder hybride Lösungen wie der Smart Burger. Konzepte punkten durch gute Geschichten, einfache Handhabung und kalkulatorische Sicherheit. Kreativität ist heute Markenzeichen. Burger funktionieren gut als Signature Dish, Snack, Bowl-Element oder Social-Media-Star – flexibel einsetzbar und maximal aufmerksamkeitsstark.
Die Foodtrends 2026 verlangen keine blinde Trendgläubigkeit, sondern klare Haltung. Erfolgreich sind Betriebe, die verstehen, warum Gäste zu ihnen kommen, und die Trends in die eigene DNA übersetzen können. Vielfalt statt Einheitsbrei, Genuss statt Verzicht und Konzepte mit Charakter statt kurzfristiger Hypes: So schmeckt die Gastronomie von morgen.

BUCHTIPP: Food Save vom Acker bis zum Teller
Trockenes Brot, Gemüseabschnitte und Käsereste – Esther Kern verwandelt achtlos Liegengelassenes in kulinarisches Gold. Dazu präsentiert sie spannende Geschichten und Fakten. Food-Save-Pioniere transformieren altbackenes Brot in frische Kreationen, destillieren aus Obstschalen exquisite Cocktailzutaten und zeigen, wie lokale Netzwerke den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung gewinnen.
Das schöne Buch wurde initiiert von „Responsible Hotels of Switzerland“, dem Verbund Schweizer Hotels, die bewussten Umgang mit Ressourcen leben und vermitteln.
288 Seiten, AT Verlag