Wenn junge Menschen mit unbekannten Herausforderungen kämpfen

Beim Vortrag gewährte Janssen einen ganz persönlichen Einblick in seine berufliche Laufbahn: BWL studiert, stand er mit 33 Jahren unerwartet vor einer ungeheuren Verantwortung. Sein Vater, Inhaber der Upstalsboom Hotels, verstarb bei einem Flugzeugunglück.

Von heute auf morgen war Janssen verantwortlich für 350 Mitarbeiter, eine Handvoll Hotels und Ferienwohnungen. „Ich saß auf einem Bürostuhl, der gefühlt, viel zu groß für mich war“, erinnert sich der 50-Jährige und weiß heute: „Mir hat damals die Angst vor der Angst große Probleme bereitet. Die Frage ist, wie begegnet man dieser?“

Ich war als Führungskraft zu stolz und zu arrogant um im Alltag zu erkennen, was schieflief.

Bodo Janssen

Janssen versuchte sich Strukturen und ein Managementsystem zu erstellen, damit einen Überblick über das Geschehen im Unternehmen zu gewinnen. „Das ist das Bürokratie-Monster, das einem als Gastgeber immer wieder begegnet. Hierbei geht dann nur noch um Prozesskennzahlen und KPIs. Über all dies verlieren wir aber aus dem Blick worum es eigentlich wirklich geht, wofür wir jeden Tag aufstehen.“

Bodo Janssen beim HOGAST-Powertag 2024
Redner Bodo Janssen gab Einblicke in ganz persönliche Erfahrungen als Gastgeber. (Foto: © HOGAST/www.neumayr.cc)

Bis ins Jahr 2010 ging Janssens Strategie gut. „Ich fühlte mich als Unternehmer wie King Koks weil ich die Hotelgruppe wie ein Phoenix aus der Asche wieder auferstehen lassen hatte“, berichtet er heute humoristisch.

Dann kam die Wende – immer mehr Mitarbeiter verließen die Upstalsboom-Gruppe. „Sie rannten vor mir davon. In solch einem Ausmaß, dass die Wachstumsziele, die ich plante, so nicht mehr realisierbar waren“, gesteht der Gastgeber.

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